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| Aus den Schriften Shoghi Effendis - Das Große Zeitalter |
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Aus den Schriften Shoghi Effendis
Das künftige Große Zeitalter
Die Zeitalter der Unmündigkeit und Kindheit der Menschheit sind vorbei und kehren nie mehr wieder, während das Große Zeitalter, die Vollendung aller Zeitalter, welches das Kommen des Zeitalters des ganzen Menschengeschlechtes bedeutet, erst noch kommen muss. Die Erschütterungen dieses stürmischen Übergangsabschnittes in der Geschichte der Menschheit sind die wesentlichen Vorbedingungen des Zeitalters der Zeitalter und kündigen sein unvermeidliches Nahen an, »die Zeit des Endes«, in welcher die Torheit und die Wirrnis des Streites, die seit dem Dämmern der Geschichte die Annalen der Menschheit schwärzte, endlich in die Wahrheit und Ruhe eines ungestörten, allumfassenden und dauerhaften Friedens umgewandelt sein wird, und in welchem die Zwietracht und Trennung der Menschenkinder einer weltumschließenden Aussöhnung und einer völligen Vereinigung der verschiedenen Elemente der menschlichen Gesellschaft gewichen sein werden.
Dies wird fürwahr die würdige Krönung jenes Prozesses der Vereinigung sein, der, ausgehend von der Familie, der kleinsten Einheit auf der Stufenleiter menschlicher Organisation, nacheinander den Stamm, den Stadtstaat und die Nation ins Leben gerufen hat und fortwährend weiterwirken muss, bis er in der Vereinigung der ganzen Welt gipfelt, dem Endziel und dem krönenden Ruhm der menschlichen Entwicklung auf diesem Planeten. Dieser Stufe nähert sich die Menschheit unwiderstehlich, freiwillig oder gezwungen. Für diese Stufe ebnet das ungeheure, flammende Gottesgericht, welches die Menschheit über sich ergehen lassen muss, auf geheimnisvolle Weise den Weg. Mit dieser Stufe sind die Geschicke und der Plan des Glaubens Bahá'u'lláhs unlöslich verkettet. Diese schöpferischen Kräfte, die Seine Offenbarung im »Jahre sechzig« frei gemacht hat und die später verstärkt wurden durch die auf einander folgenden Ausgießungen himmlischer Macht, welche im »Jahre neun« und im »Jahre achtzig« dem ganzen Menschengeschlecht gewährt wurden, haben der Menschheit die Fähigkeit eingeflößt, dieses Endstadium ihrer organischen und gemeinsamen Entwicklung zu erreichen. Mit dem Goldenen Zeitalter Seiner Sendung wird die Vollendung dieses Geschehens für immer verbunden sein. Das Gefüge Seiner neuen Weltordnung, die sich jetzt im Schoße der Verwaltungseinrichtungen, die Er selbst geschaffen hat, regt, wird als Muster und als Kern jenes Weltstaatenbundes dienen, der das sichere, unumgängliche Geschick der Völker und Nationen der Erde ist.
S. 182-184 (III)
'Abdu'l-Bahá erläutert diese Wahrheit in einem Seiner Tablets: »In vergangenen Zyklen konnte, wann auch immer ein Zusammenklang herrschte, doch aus Mangel an Möglichkeiten die Einheit der ganzen Menschheit nicht zu Stande kommen. Die Erdteile blieben weit voneinander getrennt, ja selbst unter den Völkern eines und desselben Erdteiles waren Verbindungen und Gedankenaustausch nahezu unmöglich. Darum waren Verkehr, Verständnis und Einheit unter allen Völkern und Stämmen der Erde noch unerreichbar. Heute aber haben sich die Verkehrsmittel vervielfacht, und die fünf Kontinente sind tatsächlich zu einem verschmolzen ... In gleicher Weise sind alle Glieder der menschlichen Familie, ob Völker oder Regierungen, Städte oder Dörfer, in wachsendem Maße voneinander abhängig geworden. Für keines ist Selbstgenügsamkeit noch länger möglich, da ja politische Verbindungen alle Völker und Nationen vereinigten und die Bande des Handels und der Industrie, der Landwirtschaft und der Erziehung jeden Tag fester werden. Daher besteht nun die Möglichkeit, die Einheit der ganzen Menschheit zu schaffen. Wahrlich, dies ist nichts anderes als eines der Wunder dieses herrlichen Zeitalters, dieses glorreichen Jahrhunderts. Vergangene Zeiten waren dessen beraubt, denn dieses Jahrhundert, das Jahrhundert des Lichtes, ist mit einzigartiger und nie da gewesener Herrlichkeit, Macht und Erleuchtung begabt worden. Daher die erstaunliche Entfaltung eines neuen Wunders an jedem Tage. Bald wird man sehen, wie hell seine Lichter in der Vereinigung der Menschen brennen.«
»Seht«, so erklärt Er weiterhin, »wie sein Licht jetzt am verdunkelten Welthorizont dämmert. Das erste Licht ist Einheit im politischen Bereich, dessen beginnender Schimmer jetzt beobachtet werden kann. Das zweite Licht ist Einheit des Denkens in Weltunternehmungen, deren Vollendung binnen kurzem wahrgenommen werden kann. Das dritte Licht ist Einheit in Freiheit, die sicher eintreffen wird. Das vierte Licht ist Einheit in der Religion, die der Eckstein des Fundamentes selbst ist und durch Gottes Macht in all ihrem Glanz geoffenbart werden wird. Das fünfte Licht ist die Einheit der Nationen, eine Einheit, die in diesem Jahrhundert sicher errichtet werden wird, so dass alle Völker der Welt sich als Bürger eines gemeinsamen Vaterlandes betrachten. Das sechste Licht ist Einheit der Rassen, die aus allen Menschen, welche die Erde bewohnen, Völker und Stämme einer Rasse macht. Das siebte Licht ist Einheit der Sprache, das heißt die Wahl einer Weltsprache, in der alle Völker unterrichtet werden und miteinander sprechen. Eine jede von diesen Einheiten wird unvermeidlich zu Stande kommen, da die Macht des Reiches Gottes helfen und ihre Verwirklichung unterstützen wird.«
»Eines der großen Ereignisse«, so versichert 'Abdu'l-Bahá in Seinem Buch »Beantwortete Fragen«, »das am Tage des Erscheinens dieses unvergleichlichen Sprosses eintreten soll, ist das Hissen des Banners des Herrn unter allen Völkern. Das heißt, dass alle Völker und Stämme unter den Schutz dieses göttlichen Banners, das kein anderes als der Glanzvolle Spross selbst ist, kommen und zu einem einzigen Volke werden. Die Gegensätze der Glaubensbekenntnisse und Religionen, die Feindschaft zwischen Rassen und Völkern und die Verschiedenheiten vaterländischer Interessen werden verschwinden. Alle werden einer Religion, einem Bekenntnis, einer Rasse und einem Volk angehören und in einem Vaterland wohnen, das die ganze Erde ist.«
Dies ist die Stufe, der sich die Welt jetzt nähert, die Stufe der Welteinheit, die, wie 'Abdu'l-Bahá uns versichert, in diesem Jahrhundert bestimmt errichtet wird. »Die Zunge der Größe«, so bestätigt Bahá'u'lláh, »hat ... am Tage Seiner Offenbarung verkündet: `Nicht der soll sich rühmen, der sein Land liebt, sondern der, welcher die Welt liebt.`« »Durch die Macht«, fügt Er hinzu, »die durch diese erhabenen Worte ausgelöst wird, hat Er den Vögeln der Menschenherzen einen frischen Impuls verliehen und eine neue Richtung gewiesen und jede Spur von Beschränkung und Begrenzung aus Gottes Heiligem Buche gestrichen.«
S. 185-187 (II/III)
Die Welt bewegt sich wahrlich ihrem vorherbestimmten Geschick entgegen. Die gegenseitige Abhängigkeit der Völker und Nationen der Erde ist, was immer die Führer der spaltenden Kräfte in der Welt sagen oder tun mögen, bereits eine vollendete Tatsache. Ihre Einheit im wirtschaftlichen Bereich wird jetzt verstanden und anerkannt. Die Wohlfahrt des Teiles bedeutet Wohlfahrt des Ganzen, und die Not des Teiles bringt Not dem Ganzen. Die Offenbarung Bahá'u'lláhs hat, nach Seinen eigenen Worten, diesem gewaltigen, jetzt in der Welt waltenden Geschehen »einen neuen Impuls verliehen und eine neue Richtung gewiesen«. Die durch das große Gottesgericht entzündeten Feuer sind Folgen des Versagens der Menschen, dieses Geschehen zu erkennen. Sie beschleunigen zudem seine Vollendung. Fortgesetzte, weltumfassende, schmerzliche, dem Chaos und der allgemeinen Zerstörung verbündete Trübsal muss notwendiger Weise die Nationen erschüttern, das Gewissen der Welt aufrütteln, die Massen ernüchtern, im Gesellschaftsbegriff selbst den völligen Wandel beschleunigen und schließlich die ausgerenkten, blutenden Glieder der Menschheit zu einem einzigen, organisch vereinten und unteilbaren Körper verbinden. |
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