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Aus den Schriften Shoghi Effendis - Welteinheit als Ziel

Aus den Schriften Shoghi Effendis


S. 295-302 (I/II/III)
Welteinheit ist das Ziel
Die Vereinigung der ganzen Menschheit ist das Kennzeichen der Stufe, der sich die menschliche
Gesellschaft heute nähert. Die Einheit der Familie, des Stammes, des Stadtstaates und der Nation ist nacheinander in Angriff genommen und völlig erreicht worden. Welteinheit ist das Ziel, dem eine gequälte Menschheit zustrebt. Der Aufbau von Nationalstaaten ist zu einem Ende gekommen. Die Anarchie, die der nationalstaatlichen Souveränität anhaftet, nähert sich heute einem Höhepunkt. Eine Welt, die zur Reife heranwächst, muss diesen Fetisch aufgeben, die Einheit und Ganzheit der menschlichen Beziehungen erkennen und ein für allemal den Apparat aufrichten, der diesen Leitgrundsatz ihres Daseins am besten zu verkörpern vermag. ...
Die Einheit des Menschengeschlechts, wie sie Bahá'u'lláh vorausschaut, umschließt die Begründung eines Weltgemeinwesens, in welchem alle Nationen, Rassen, Glaubensbekenntnisse und Klassen eng und dauerhaft vereint, die Autonomie seiner nationalstaatlichen Glieder sowie die persönliche Freiheit und Selbständigkeit der einzelnen Menschen, aus denen es gebildet ist, ausdrücklich und völlig gesichert sind. Dieses Gemeinwesen muss, soweit wir es uns vorstellen können, aus einer Weltlegislative bestehen, deren Mitglieder als Treuhänder der ganzen Menschheit die gesamten Hilfsquellen aller Mitgliedstaaten überwachen. Sie muss die erforderlichen Gesetze geben, um das Leben aller Rassen und Völker zu steuern, ihre Bedürfnisse zu befriedigen und ihre wechselseitigen Beziehungen anzupassen. Eine Weltexekutive, gestützt auf eine internationale Streitmacht, wird die Beschlüsse jener Weltlegislative ausführen, deren Gesetze anwenden und die organische Einheit des ganzen Gemeinwesens sichern. Ein Weltgerichtshof wird seine bindende, endgültige Entscheidung in sämtlichen Streitfragen, die zwischen den vielen Gliedern dieses allumfassenden Systems auftreten können, fällen und zustellen. Ein Netzwerk weltweiter Kommunikation wird ersonnen werden; es wird den ganzen Erdball umspannen und, von allen nationalen Hindernissen und Beschränkungen frei, mit wunderbarer Schnelligkeit und vollkommener Pünktlichkeit ablaufen. Eine Welthauptstadt wird als Nervenzentrum einer Weltzivilisation und als Brennpunkt wirken, in dem die einigenden Lebenskräfte zusammenlaufen und von dem ihre Kraft bringenden Einflüsse ausstrahlen werden. Eine Weltsprache wird entweder geschaffen oder unter den bestehenden Sprachen ausgewählt und in den Schulen aller verbündeten Nationen als ein Hilfsmittel neben der jeweiligen Muttersprache gelehrt werden. Eine Weltschrift, eine Weltliteratur, ein einheitliches, allumfassendes Währungs-, Gewichts- und Maßsystem werden den Verkehr und die Verständigung unter den Nationen und Rassen der Menschheit vereinfachen und erleichtern. In dieser Weltgesellschaft werden Wissenschaft und Religion, die beiden gewaltigsten Kräfte im menschlichen Leben, in Einklang gebracht sein; sie werden zusammenwirken und sich harmonisch entwickeln. Die Presse wird in einem solchen System der Darlegung der verschiedenen Ansichten und Überzeugungen der Menschheit vollen Spielraum gewähren, aber nicht mehr durch althergebrachte Interessen, seien sie persönlicher oder allgemeiner Natur, unheilvoll gelenkt sein; vom Einfluss streitender Regierungen und Völker wird sie befreit sein. Die wirtschaftlichen Hilfsmittel der Welt werden organisiert, ihre Rohstoffquellen erschlossen und restlos nutzbar gemacht, ihre Märkte aufeinander abgestimmt und entwickelt, die Verteilung ihrer Erzeugnisse unparteiisch geregelt werden.
Nationale Rivalität, Hass und Intrigen werden aufhören, Feindseligkeiten und Rassenvorurteile
werden durch Freundschaft, Verständigung und Zusammenarbeit ersetzt werden. Die Ursachen
religiöser Zwistigkeiten werden für immer aus dem Wege geräumt werden; wirtschaftliche Schranken und Hindernisse werden völlig beseitigt, der maßlose Klassenunterschied verwischt werden. Mangel auf der einen Seite und unmäßige Anhäufung von Eigentumsrechten auf der anderen Seite werden verschwinden. Die ungeheuren Kräfte, die für die wirtschaftliche oder politische Kriegsführung verzettelt und vergeudet werden, fließen Zwecken zu, welche die Reichweite menschlicher Erfindungen erweitern, die technische Entwicklung fördern, die Produktivität der Menschheit steigern, Krankheiten ausrotten, wissenschaftliche Forschungen ausdehnen, den körperlichen Gesundheitszustand heben, den menschlichen Verstand schärfen und verfeinern, die ungenutzten, ungeahnten Hilfsquellen dieser Erde ausbeuten, das menschliche Dasein verlängern und jedwedes andere Mittel fördern, welches das verstandliche, sittliche und geistige Leben des ganzen Menschengeschlechts anzuregen vermag.
Ein Weltbundsystem, das die ganze Erde beherrscht und unanfechtbare Amtsgewalt über ihre
unvorstellbar großen Hilfsquellen hat, das die Ideale sowohl des Ostens wie auch des Westens verkörpert und in Einklang bringt, vom Fluch und Elend des Krieges befreit und auf die Ausnützung aller verfügbaren Kraftquellen der Erdoberfläche bedacht ist, ein System, in dem die Gewalt zur Dienerin der Gerechtigkeit gemacht ist, dessen Leben von der allumfassenden Anerkennung eines Gottes und vom Gehorsam gegen eine gemeinsame Offenbarung getragen ist - dies ist das Ziel, dem die Menschheit, durch die vereinenden Lebenskräfte angetrieben, zustrebt.
»Eines der großen Ereignisse«, bekräftigt 'Abdu'l-Bahá, »welches sich am Tage der Offenbarung jenes unvergleichlichen Zweiges zuträgt, ist das Aufpflanzen des Banners Gottes unter allen Nationen. Damit ist gemeint, dass alle Nationen und Geschlechter im Schatten dieses göttlichen Banners, welches nichts anderes als der Zweig des Herrn selbst ist, versammelt und zu einer einzigen Nation verschmolzen werden. Religiöser und sektiererischer Gegensatz, Rassen- und Völkerfeindschaft, Streitigkeiten zwischen den Nationen werden ausgemerzt werden. Alle Menschen werden einer Religion angehören, werden einen gemeinsamen Glauben haben, werden zu einer einzigen Rasse vermischt und ein einziges Volk werden. Alle werden in einem gemeinsamen Vaterland wohnen, und das ist der Erdball als Ganzes.« »Nunmehr hat in der Welt des Seins«, so erklärt Er weiter, »die Hand göttlicher Macht die Grundlagen dieser allerhöchsten Gnadengabe fest begründet. Was auch im Innersten dieses heiligen Zyklus verborgen ruht, es wird allmählich erscheinen und offenbar gemacht werden; denn jetzt ist erst der Beginn seines Wachstums und der Morgen der Offenbarung seiner Zeichen. Noch vor dem Ende dieses Jahrhunderts und dieses Zeitalters wird klar und augenscheinlich gemacht sein, wie wundersam jene Frühlingszeit war und wie himmlisch jene Gabe.« (vgl. S. 168f.)
Nicht weniger fesselnd ist die Vision Jesajas, des größten der jüdischen Propheten, der schon vor zweitausendfünfhundert Jahren die Bestimmung vorausschaute, zu der die Menschheit im Zustand ihrer Reife gelangen muss: »Und Er (der Herr) wird richten unter den Nationen und strafen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Speere zu Sicheln machen. Denn kein Volk wird das Schwert gegen das andere erheben, und sie werden hinfort nicht mehr die Kriegskunst lernen ... Und es wird ein Reis aufgehen aus Isais Stamm und ein Schössling aus seinen Wurzeln hervorbrechen ... Und er wird die Erde schlagen mit dem Stabe seines Mundes und mit dem Odem seiner Lippen den Frevler töten. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und Glaube der Gurt seiner Hüften. Der Wolf wird beim Lamme wohnen, und der Parder wird lagern beim Böcklein. Das Kalb und der junge Löwe und das Mastvieh sind beisammen ... Und der Säugling wird spielen am Loch der Natter, und ein Entwöhnter wird seine Hand in die Höhle des Basilisken stecken. Nirgends wird man Schaden tun noch verderben auf meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land wird voll sein der Erkenntnis des Herrn, wie die Wasser das Meer bedecken.«
Der Verfasser der Apokalypse legt, die tausendjährige Herrlichkeit einer erlösten, frohlockenden Menschheit vorstellend, ein ähnliches Zeugnis ab: »Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen; auch das Meer ist nicht mehr. Und ich, Johannes, sah die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, herniedersteigen aus dem Himmel von Gott her, gekleidet wie eine Braut, die geschmückt ist für ihren Mann. Und ich hörte eine laute Stimme vom Himmel her rufen: `Sehet, das Zelt Gottes unter den Menschen! Er wird wohnen bei ihnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein als ihr Gott. Und Gott wird alle Tränen wegwischen von ihren Augen; der Tod wird nicht mehr sein und nicht Trauer und Klage und Mühsal; denn das Frühere ist vergangen.`«
Wer könnte bezweifeln, dass solche Vollendung - die Volljährigkeit des Menschengeschlechts -ihrerseits den Beginn einer Weltkultur bezeichnen muss, wie sie noch kein sterbliches Auge je gesehen, kein menschlicher Geist je erfasst hat? Wer ist da, der sich die erhabene Stufe vorstellen könnte, die eine solche Kultur in dem Maße, wie sie sich entfaltet, zu erreichen bestimmt ist? Wer kann die Höhen ermessen, zu denen sich der menschliche Verstand aufschwingen wird, wenn er erst von seinen Fesseln befreit ist? Wer kann die Reiche schauen, die der Menschengeist entdecken wird, nachdem er von dem strömenden Licht Bahá'u'lláhs in der Fülle seiner Herrlichkeit belebt sein wird?
Welchen passenderen Abschluss gäbe es für dieses Thema als diese Worte Bahá'u'lláhs, die Er in der Vorausschau auf das Goldene Zeitalter Seines Glaubens schrieb, das Zeitalter, da das Antlitz der Erde von Pol zu Pol den unbeschreiblichen Strahlenglanz des Paradieses Abhá widerspiegeln wird? »Dies ist der Tag, da nichts als der Glanz des Lichtes zu sehen ist, der vom Antlitz deines Herrn, des Gnädigen, des Mildtätigsten, leuchtet. Wahrlich, Wir haben jede Seele verhauchen lassen kraft Unserer unwiderstehlichen, allunterwerfenden Herrschaft. Wir haben sodann eine neue Schöpfung ins Dasein gerufen, als ein Zeichen unserer Gnade für die Menschen. Ich bin wahrlich der Allgütige, der Altehrwürdige der Tage. Dies ist der Tag, da die unsichtbare Welt ausruft: `Groß ist deine Glückseligkeit, o Erde, denn du bist zum Schemel deines Gottes gemacht und zum Sitz Seines mächtigen Thrones erkoren!` Das Reich der Herrlichkeit ruft laut: `Könnte doch mein Leben ein Opfer für dich sein, denn Er, der Geliebte des Allerbarmers, hat auf dir Seine Herrschaft errichtet durch die Macht Seines Namens, der allen Dingen, den vergangenen wie den künftigen, verheißen worden ist.`«
Shoghi
Haifa, Palästina, 11. März 1936


KGG
S. 15f. (beginnt mit Zitat von Abdu'l-Bahá) (III)
»Der amerikanische Kontinent«, so schrieb Er bedeutungsvoll, »ist in den Augen des einen wahren Gottes das Land, in dem der Glanz Seines Lichtes geoffenbart werden wird, wo die Geheimnisse Seines Glaubens enthüllt, die Gerechten verweilen und die Freien sich versammeln werden.«
... Auf welches andere Licht könnten diese oben angeführten Worte denn anspielen, wenn nicht auf das Licht der Herrlichkeit des Goldenen Zeitalters durch den Glauben Bahá'u'lláhs? Welche anderen Geheimnisse könnte 'Abdu'l-Bahá im Sinn gehabt haben als die Geheimnisse jener embryonischen Weltordnung, die nun in der Gießform Seiner Administration entsteht? Welche andere Gerechtigkeit als die Gerechtigkeit, deren Herrschaft nur jenes Zeitalter und jene Ordnung errichten kann?

S.25 (III)
»In dem Augenblick«, so schrieb 'Abdu'l-Bahá, »da diese Göttliche Botschaft durch die amerikanischen Gläubigen über die Küsten Amerikas hinausgetragen und durch die Kontinente Europas, Asiens, Afrikas und Australasiens bis hin zu den Inseln des Pazifik verbreitet ist, wird sich diese Gemeinde fest gegründet auf dem Thron einer immerwährenden Herrschaft finden.« (Vgl. SGP 7:5)

S. 27f. (II/III)
... und nicht zuletzt die vielfältigen Probleme, denen wir uns stellen, die Hindernisse, die überwunden und die Verantwortungen, die übernommen werden müssen, um einen hart geprüften Glauben zu befähigen, durch die aufeinander folgenden Stadien strengster Verborgenheit, aktiver Unterdrückung und völliger Mündigkeit hindurchzugehen. Dies wird wiederum dazu führen, dass er als unabhängige Religion anerkannt werden und völlige Gleichberechtigung mit seinen Schwesterreligionen genießen wird. Seine Bestätigung und Anerkennung als Staatsreligion muss folgen, welche ihrerseits den Weg frei macht für die Übernahme der mit dem Bahá'í-Staat verbundenen Rechte und Hoheitsrechte, welcher in eigener Machtvollkommenheit handelt, eine Stufe, die zuletzt ihren Höhepunkt in der Entstehung des weltweiten Bahá'í-Commonwealth findet, das völlig beseelt vom Geist und ausschließlich in unmittelbarer Übereinstimmung mit den Gesetzen und Prinzipien Bahá'u'lláhs wirkt.

S. 46 (Zitat v. Bahá'u'lláh) (II/III)
»Wisse wahrlich«, so bekräftigt Er bedeutungsvoll, »diese großen Heimsuchungen, die über die Welt gekommen sind, bereiten sie vor auf das Kommen der Größten Gerechtigkeit.«

S. 65 (beginnt mit Zitat v. Abdu'l-Bahá) (II/III)
»Diese Frage der Vereinigung der Weißen und Schwarzen ist sehr wichtig«, so warnt Er, »denn wenn sie nicht klar erkannt wird, werden sich binnen kurzem große Schwierigkeiten erheben, die schmerzliche Folgen nach sich ziehen.« »Wenn auf diesem Gebiet eine Änderung nicht eintritt«, lautet eine weitere Warnung, »wird die Feindschaft täglich anwachsen, und das Ergebnis wird schließlich große Not sein und leicht in Blutvergießen enden.«
Von beiden Rassen ist eine ungeheure Anstrengung erforderlich, wenn ihre Anschauung, ihr Benehmen und ihr Verhalten in diesem dunklen Zeitalter den Geist und die Lehren des Glaubens Bahá'u'lláhs widerspiegeln sollen. Indem sie ein für allemal die irreführende Lehre rassischer Überlegenheit mit all den sie begleitenden Übeln, der Verwirrung und dem Elend aufgeben, die Vermischung der Rassen begrüßen und bejahen und die Schranken, die sie jetzt trennen, niederreißen, sollte jede von ihnen sich Tag und Nacht bemühen, ihre besondere Verantwortung in der gemeinsamen Aufgabe zu erfüllen, die sich ihnen so eindringlich darbietet. Bei ihren Versuchen, ihren Teil zur Lösung dieses verworrenen Problems beizutragen, sollten sie der Warnungen 'Abdu'l-Bahás eingedenk sein und sich, solange noch Zeit ist, die schrecklichen Folgen vergegenwärtigen, die nicht ausbleiben können, falls dieser herausfordernden, unglücklichen Situation, der das ganze amerikanische Volk gegenübersteht, nicht endgültig abgeholfen wird.

S. 68f. (II/III)
Sie werden bald erfahren, wie ihr Glaube angegriffen, ihre Motive missdeutet, ihre Ziele verleumdet, ihre Bestrebungen verhöhnt, ihre Einrichtungen verlacht, ihr Einfluss geschmälert, ihr Ansehen untergraben und ihre Sache hie und da von einigen verlassen werden, die entweder unfähig sind, ihre Ideale zu würdigen, oder nicht willens, die Wucht der wachsenden Kritik zu ertragen, die solch eine Auseinandersetzung sicherlich mit sich bringt. »Abdu'l-Bahás wegen«, hat der geliebte Meister vorhergesagt, »werdet ihr von manchen Prüfungen heimgesucht werden. Kummer wird euch befallen, und Leiden werden euch betrüben.«
... Selbst in dem Land, in dem die größten Kämpfe um den Glauben ausgefochten wurden und seine wildesten Feinde lebten, hatten der Gang der Ereignisse, das langsame doch stetige Einsickern seiner Ideale und die Erfüllung seiner Prophezeiungen bereits zur Folge, dass nicht nur einige seiner schärfsten Gegner entwaffnet und ihr Charakter gewandelt wurden, sondern auch ihre tiefe und vorbehaltlose Ergebenheit gegenüber seinen Gründern gefestigt wurden.

S. 88f. (Zitate v. Abdu'l-Bahá) (II/III)
»Eine der wichtigen Fragen«, hat Er ebenfalls niedergeschrieben, »welche die Einheit und den Zusammenschluss der Menschheit beeinflussen, ist die Kameradschaft und die Gleichberechtigung der weißen und farbigen Rassen.« »Ihr müsst den Indianern, den Ureinwohnern Amerikas, große Bedeutung beimessen«, schreibt 'Abdu'l-Bahá in den Tablets des Göttlichen Planes, »denn diese Seelen können mit den alten Einwohnern der arabischen Halbinsel verglichen werden, die vor der Offenbarung Muhammads gleich Wilden waren. Als das Licht Muhammads in ihrer Mitte erstrahlte, wurden sie so entflammt, dass ihr Leuchten die ganze Welt überstrahlte. Sollten diese Indianer erzogen und richtig geführt werden, so besteht kein Zweifel, dass sie in gleicher Weise durch die Göttlichen Lehren so erleuchtet werden, dass die ganze Erde erhellt wird.« ... »So Gott will«, hat Er wieder in jenen gleichen Tablets geschrieben, »wird der Ruf des Königreiches die Ohren der Eskimos erreichen ... Solltet ihr eure Kräfte entfalten, so dass die Düfte Gottes unter den Eskimos verbreitet werden, wird dessen Wirkung sehr groß und weitreichend sein.« (Vgl. SGP 6:8f.)
»Preis sei Gott!« schreibt 'Abdu'l-Bahá. »Was immer in den Gesegneten Tablets für die Israeliten angekündigt wurde und alle in den Briefen 'Abdu'l-Bahás ausdrücklich niedergelegten Dinge erfüllen sich. Mit einigen ist dies schon geschehen; andere werden in der Zukunft offenbar. Die Altehrwürdige Schönheit hat in Ihren heiligen Tablets ausdrücklich geschrieben, dass der Tag ihrer Demütigung vorüber ist. Seine Gnade wirft ihren Schatten über sie und diese Rasse wird Tag für Tag Fortschritte machen und aus ihrer Jahrhunderte langen Erniedrigung und Herabwürdigung befreit werden.«

S. 92 (Zitate v. Abdu'l-Bahá) (III)
In einem anderen Tablet des Göttlichen Planes hat Er versichert: »Das Dominion von Kanada hat eine sehr große Zukunft und die damit verbundenen Ereignisse sind unendlich herrlich. Das Auge der liebenden Güte Gottes ist darauf gerichtet, und in ihm wird die Gunst des Allherrlichen offenbar werden.« »Noch einmal wiederhole ich«, so bestätigt Er Seine vorhergehende Aussage in dem selben Tablet, »dass die Zukunft Kanadas, sei es in materieller oder geistiger Hinsicht, sehr groß ist.« (Vgl. SGP 13:6)

S. 110f. (Zitate v. Abdu'l-Bahá) (III)
»Alle die obigen Länder sind von Wichtigkeit, besonders gilt dies aber für die Republik Panama, in der der Atlantische und der Pazifische Ozean durch den Panamakanal verbunden sind. Sie ist ein Zentrum für die Reise und die Durchfahrt von Amerika nach anderen Kontinenten der Welt, und in der Zukunft wird ihr größte Bedeutung zukommen.« (Vgl. SGP 8:9)
Weiter schrieb Er: »Ihr müsst ferner der Republik Panama große Aufmerksamkeit widmen, denn an diesem Punkt sind Okzident und Orient durch den Panamakanal vereint, auch liegt sie zwischen zwei großen Ozeanen. Dieser Bereich wird in Zukunft sehr wichtig werden. Die Lehren werden, wenn sie dort einmal Fuß gefasst haben, den Osten und Westen, den Norden und Süden verbinden.« (Vgl. SGP 6:9)

S. 133 (Zitat v. Bahá'u'lláh) (III)
»Der Tag naht heran, an dem Gott durch einen Willensakt ein Menschengeschlecht erwecken wird, dessen Wesen für alle außer Gott, dem Allgewaltigen, dem Selbstbestehenden, unergründlich ist.»

S. 134 (Zitat v. Abdu'l-Bahá) (III)
... Der amerikanische Kontinent zeigt Zeichen und Beweise sehr großen Fortschrittes. Seine Zukunft verspricht noch viel mehr, denn sein Einfluss und seine Erleuchtung sind weitreichend. Er wird alle Nationen geistig führen.«

S. 137f. (II/III)
Die Welt verengt sich zu einer Nachbarschaft. Amerika muss dieser neuen Lage, freiwillig oder unfreiwillig, ins Gesicht blicken und sich ernstlich mit ihr auseinandersetzen. Zum Zwecke der nationalen Sicherheit, ganz abgesehen von irgendwelchen humanitären Gründen, muss es die Verpflichtungen übernehmen, die ihm durch diese neu geschaffene Nachbarschaft auferlegt wurden. So widersinnig es auch erscheinen mag, so liegt doch seine einzige Hoffnung, sich aus den ringsum aufwachsenden Gefahren zu befreien, darin, sich in jenes Gewebe internationaler Verflechtungen verwickeln zu lassen, das von der Hand einer unerforschlichen Vorsehung gewoben wird. Der Ratschlag Abdu'l-Bahás an einen hochgestellten Beamten in seiner Regierung kommt einem als besonders angemessen und gewichtig in den Sinn. »Du kannst am besten deinem Land dienen, wenn du in deiner Eigenschaft als Bürger der Welt danach strebst, bei der endlichen Anwendung des föderalistischen Prinzips, das der Regierung deines eigenen Landes zu Grunde liegt, auf die jetzt zwischen den Völkern und Nationen der Welt bestehenden Beziehungen mitzuwirken.«
... Dass die Welt von Gefahren bedrängt wird, dass sich diese Gefahren immer mehr verdichten und die amerikanische Nation tatsächlich bedrohen, kann ein klarsichtiger Beobachter unmöglich verneinen.

S. 139 (II)
Abdu'l-Bahá hat schon vor zwei Jahrzehnten geschrieben und vorhergesagt: »Die Übel, unter denen die Welt nun leidet, werden sich vervielfältigen; die Dunkelheit, die sie umfangen hält, wird sich vertiefen. Die Balkanländer werden unzufrieden bleiben, ihre Unruhe wird wachsen. Die besiegten Mächte werden fortfahren zu hetzen. Sie werden zu jeder Maßnahme Zuflucht nehmen, die den Brand des Krieges wieder entfachen kann. Neu entstehende und in ihrem Ausmaß weltweite Bewegungen werden ihr Äußerstes zur Förderung ihrer eigenen Absichten tun. Die Bewegung der Linken wird große Bedeutung erringen, ihr Einfluss wird sich ausbreiten.« (Auch anders übers. zit. in WOB, S. 51)

(25. Dezember 1938)


VTg (II/III)
S. 21f. (ähnlich zitiert in KGG, S. 127f.)
»Die Zeit für die Zerstörung der Welt und ihrer Menschen ist gekommen«[/u], hat die prophetische Feder Bahá'u'lláhs verkündet. [i]»Die Stunde naht«, so bekräftigt Er ausdrücklich, »da die heftigste Zuckung auftreten wird«. »Der verheißene Tag ist da, der Tag, da qualvolle Heimsuchungen über euren Häuptern und unter euren Füßen aufbrechen und künden: `Schmecket, was eure Hände angerichtet haben!`« ... »Bald kommt der Tag«, hat Er, auf die Narren der Welt weisend, geschrieben, »da sie um Hilfe schreien und keine Antwort erhalten werden«. »Der Tag rückt heran«, hat Er des Weiteren geweissagt, »da der Ingrimm des Allmächtigen sie packen wird. Er ist wahrlich der Allmächtige, der Allbezwinger, der Machtvollste! Er wird die Erde von der Befleckung ihrer Verderbnis reinigen und zum Erbe denen Seiner Diener geben, die Ihm nahe sind.«
»Für jene aber, die Ihn, das Erhabene Tor Gottes, verleugnen«, so hat auch der Báb im Qayyumu'l-Asmá'
bekräftigt, »haben Wir nach Gottes gerechtem Ratschluss schmerzliche Qualen vorbereitet. Und Er, Gott, ist der Mächtige, der Weise.« Und weiter: »O Völker der Erde! Ich schwöre bei eurem Herrn! Ihr werdet tun, wie frühere Geschlechter getan. So warnt euch denn selbst vor der schrecklichen, schmerzlichsten Vergeltung Gottes. Denn wahrlich, Gott ist aller Dinge mächtig.« Und wiederum: »Bei Meiner Herrlichkeit! Ich will mit den Händen Meiner Macht die Ungläubigen Vergeltungen spüren lassen, die nur Ich kenne, und will über die Getreuen die moschusgewürzten Düfte wehen lassen, die Ich im innersten Herzen Meines Thrones gehegt habe.«

S. 24f (II/III).
»Gebt hin, was ihr besitzt, und ergreift, was Gott, der den Menschen den Nacken beugt, brachte! Wisst wahrlich, dass, wenn ihr euch nicht von dem abkehrt, was ihr begangen habt, von allen Seiten Züchtigung über euch kommen wird und ihr schmerzlichere Dinge schauen werdet als je zuvor!« ... Und weiter: »Gott herrscht gewisslich über das Leben derer, die Uns Unrecht taten, und Er sieht ihr Treiben wohl. Er wird sie sicherlich um ihrer Sünden willen ergreifen. Er ist der grimmigste Rächer.« ... Bahá'u'lláh erklärt ein anderes Mal mit Nachdruck, wobei Er einer jetzt verdunkelten Welt eine strahlende Zukunft voraussagt: »Die ganze Erde ist jetzt im Zustand der Trächtigkeit. Der Tag naht, da sie die edelsten Früchte hervorbringen wird, da ihr die stolzesten Bäume, die entzückendsten Blüten, die himmlischsten Segnungen entsprießen werden.« »Die Zeit ist nahe, da alles Erschaffene seine Bürde abwerfen wird. Verherrlicht sei Gott, der diese Gnade gewährt, die alle Dinge, ob sichtbar oder unsichtbar, umfängt.« »Diese großen Unterdrückungen«, hat Er ferner im Vorausblick auf das goldene Zeitalter der Menschheit geschrieben, »bereiten die Menschheit auf das Kommen der Größten Gerechtigkeit vor.« Diese Größte Gerechtigkeit ist die Gerechtigkeit, auf der sich der Bau des Größten Friedens allein gründen kann und muss, während der Größte Friede hinwiederum jene größte Weltkultur einleiten wird, die für immer mit Dem verbunden sein wird, der den Größten Namen trägt.

S. 40 (II/III)
»Bald«, hat Bahá'u'lláh geweissagt, »wird die Ordnung des heutigen Tages zusammengerollt und eine neue an ihrer Statt ausgebreitet werden.« Und weiter: »Bei Mir selbst! Der Tag naht heran, da Wir die Welt und alles, was darinnen ist, zusammengerollt und eine neue Ordnung an ihrer Statt ausgebreitet haben werden.« »Der Tag naht heran, da Gott ein Volk erweckt, das Unsere Tage ins Gedächtnis rufen, die Geschichten Unserer Prüfungen erzählen und die Herstellung Unserer Rechte fordern wird von denen, die ohne einen Funken Beweis Uns mit offenkundiger Ungerechtigkeit behandelt haben.«

S. 48 (zit. Bahá'u'lláh) (II/III)
Wenn ihr den Ratschlägen, die Wir in unvergleichlicher und unzweideutiger Sprache in diesem Tablet geoffenbart haben, keine Beachtung schenkt, dann wird von allen Seiten göttliche Züchtigung über euch kommen und der Urteilsspruch Seiner Gerechtigkeit wird gegen euch verkündet werden. An jenem Tage werdet ihr keine Macht haben Ihm zu widerstehen und ihr werdet eure eigene Ohnmacht erkennen.

S. 57f. (zit. Bahá'u'lláh an Napoleon III.) (II)
Wärest du aufrichtig gewesen in deinen Worten, so hättest du das Buch Gottes nicht beiseite geworfen, als es dir zugesandt wurde von Ihm, dem Allmächtigen, dem Allweisen. Wir haben dich damit geprüft und fanden dich anders, als du vorgibst. Erhebe dich und suche nachzuholen, was du versäumt hast. Binnen kurzem werden die Welt und all dein Besitz untergehen und das Reich wird Gottes bleiben, deines Herrn und des Herrn deiner Väter. Es geziemt dir nicht, deine Angelegenheiten nach den Befehlen deiner Wünsche zu führen. Fürchte die Seufzer dieses Unterdrückten und schirme Ihn vor den Speeren der Ungerechten. Für das, was du getan hast, wird dein Reich in Verwirrung gestürzt werden, und dein Kaiserreich wird deinen Händen entgleiten zur Strafe für das, was du begonnen hast. Dann wirst du erkennen, wie sehr du dich geirrt hast. Aufruhr wird das ganze Volk jenes Landes ergreifen, es sei denn, du hilfst dieser Sache und folgst Ihm, dem Geist Gottes (Jesus), auf diesem, dem geraden Pfade. Hat dein Pomp dich stolz gemacht? Bei Meinem Leben! Er wird nicht von Dauer sein, nein, er wird bald dahinschwinden, es sei denn, du hältst dich standhaft an dieses feste Seil. Wir sehen Erniedrigung dich verfolgen, während du einer der Achtlosen bist ... (vgl. auch daselbst, S. 85)

S. 99f. (II)
»Der Tag naht heran«, so weissagt Bahá'u'lláh im Lawh-i-Ra'ís, »da das Land der Geheimnisse (Adrianopel) und seine Umgebung verwandelt und den Händen des Königs entgleiten werden, Aufruhr wird entstehen, die Stimme des Wehklagens erschallen und die Zeilen des Unheils werden überall offenbar werden, und Verwirrung wird sich ausbreiten um dessentwillen, was diesen Gefangenen zugestoßen ist von den Scharen der Unterdrücker. Der Lauf der Dinge wird sich ändern, und die Zustände werden so drückend werden, dass sogar die Sandkörner auf den öden Hügeln stöhnen und die Bäume auf den Bergen weinen werden, und Blut wird überall fließen. Dann wirst du das Volk in schmerzlichem Elend schauen.«

»Bald«, hat Er weiter geschrieben, »wird Er euch in Seinem grimmen Zorn ergreifen, Aufruhr wird sich in eurer Mitte erheben und eure Herrschaftsgebiete werden auseinander gerissen werden. Dann werdet ihr heulen und wehklagen und werdet niemanden finden, der euch helfen und beistehen könnte ... Manches Mal hat Unglück euch befallen, und doch habt ihr völlig versäumt, dessen zu achten. Eines davon war die Feuersbrunst, die den größten Teil der Stadt (Konstantinopel) mit den Flammen der Gerechtigkeit verzehrte und worüber viele Gedichte geschrieben wurden, die besagten, dass ein solches Feuer noch nie gesehen wurde. Und doch wurdet ihr noch achtloser ... Desgleichen brach eine Seuche aus, und ihr beachtetet dies immer noch nicht. Doch seid auf eurer Hut, denn Gottes Zorn wird euch befallen. Binnen kurzem werdet ihr schauen, was aus der Feder Meines Befehls herabgesandt wurde.«

In einem anderen Tablet, in dem Er den Fall des Sultanats und des Kalifats vorausschaut, tadelt Er die vereinten Mächte des sunnitischen und des schiitischen Islám: »Durch eure Taten ist die
erhabene Stufe des Volkes erniedrigt, die Standarte des Islám umgestoßen und sein mächtiger Thron gestürzt worden.«
... Tatsächlich wird an einer höchst bemerkenswerten Stelle im Lawh-i-Fu'ád, worin der Tod des türkischen Außenministers Fu'ád Páshá erwähnt ist, der Sturz des Sultáns selbst unmissverständlich vorausgesagt: »Bald werden Wir den einen ('Alí Páshá), der ihm glich, hinweg nehmen und werden an ihr Oberhaupt (Sultán 'Abdu'l-'Azíz), welches das Land regiert, Hand legen, denn Ich bin wahrlich der Allmächtige, der Allbezwinger.«

112f. (II/III)
»O Schar der Könige, fürchtet Gott und lasst euch diese höchst erhabene Gnade nicht entgehen ... Hütet euch weiterhin so nachlässig zu sein, wie ihr es ehedem gewesen seid ... Wenn ihr den Ratschlägen, die Wir in unvergleichlicher und unzweideutiger Sprache in diesem Tablet geoffenbart haben, keine Beachtung schenkt, dann wird von allen Seiten göttliche Züchtigung über euch kommen, und der Urteilsspruch Seiner Gerechtigkeit wird gegen euch verkündet werden ... « ...
Er geht sogar noch weiter und stellt in seinem Tablet an Shaykh Salmán fest: »Eines der Reifezeichen der Welt ist, dass es niemand auf sich nehmen wird, die Last der Königswürde zu tragen. Das Königtum wird niemanden finden, der seine Last allein zu tragen gewillt wäre. Jener Tag wird der Tag sein, an dem die Weisheit unter der Menschheit offenbar gemacht werden wird. Nur um die Sache Gottes zu verkünden und Seinen Namen weithin zu verbreiten, wird sich jemand finden, der gewillt ist, diese drückende Bürde zu tragen. Wohl dem, der aus Liebe zu Gott und zu Seiner Sache und um Gottes willen und in der Absicht Seinen Glauben zu verkünden sich dieser großen Gefahr aussetzen und diese Mühen und Beschwerden auf sich nehmen will.«

S. 117f. (II/III)
Im Lawh-i-Ra'ís weissagt Er bestimmt und eindeutig das Erscheinen eines solchen Königs: »Binnen kurzem wird Gott unter den Königen einen erheben, der Seinen Geliebten helfen wird. Wahrlich, Er umfasst alle Dinge. Er wird den Herzen die Liebe zu Seinen Geliebten einflößen. Wahrlich, dies ist unwiderruflich beschlossen durch den Einen, den Allmächtigen, den Wohltätigen.« Im Ridvánu'l-'Adl, in dem die Tugend der Gerechtigkeit gepriesen wird, gibt Er eine gleichgerichtete Weissagung: »Binnen kurzem wird Gott Könige auf Erden erscheinen lassen, welche sich auf das Lager der Gerechtigkeit stützen und unter den Menschen herrschen werden, ebenso wie sie sich selbst beherrschen. Wahrlich, in der gesamten Schöpfung gehören sie zu den Auserwähltesten Meiner Geschöpfe.«

Im Kitáb-i-Aqdas schaut Er in den folgenden Worten voraus, wie in seiner Geburtsstadt, »der
Mutter der Welt« und »dem Tagesanbruch des Lichtes«
, ein König auf den Thron erhoben wird, der mit dem doppelten Schmuck der Gerechtigkeit und der Ergebenheit in seinen Glauben geziert sein wird. »O Land von Tá, lasse dich durch nichts betrüben, denn Gott hat dich dazu erwählt, der Freudenquell der ganzen Menschheit zu sein. Er wird, wenn es Sein Wille ist, deinen Thron mit einem segnen, der in Gerechtigkeit herrscht und die Herde Gottes, welche die Wölfe zerstreut haben, sammelt. Ein solcher Herrscher wird in Freude und Frohsinn sein Antlitz dem Volke Bahás zuwenden und ihm seine Gunst erweisen. Wahrlich, er wird in den Augen Gottes wie ein Kleinod unter den Menschen betrachtet. Auf ihm ruhe für immer die Herrlichkeit Gottes und die Herrlichkeit aller, die im Reiche Seiner Offenbarung wohnen.«

S. 127f. (II/III)
Diese Führer, die »sich selbst für die besten aller Geschöpfe halten und von Ihm, der Wahrheit, als die schlechtesten betrachtet worden sind«, welche »die Sitze der Erkenntnis und Gelehrsamkeit besetzen und Unwissen Erkenntnis und Unterdrückung Gerechtigkeit genannt haben«, die »keinen Gott, sondern ihr eigenes Begehren anbeten, die nichts huldigen als dem Gold, in die dichtesten Schleier der Gelehrsamkeit verwickelt sind und, in seiner Finsternis verfangen, in der Wildnis des Irrtums verloren sind« - diese hat Bahá'u'lláh mit folgenden Worten anzureden beliebt: »O Schar der Geistlichen! Ihr werdet euch künftighin nicht mehr im Besitze irgendeiner Macht sehen, denn Wir haben sie von euch genommen und für solche bestimmt, die an Gott geglaubt haben, den Einen, den Allgewaltigen, den Allmächtigen, den Unbeschränkten.«

S. 134 (vom Báb; vgl. unten, S. 150) (II/III)
Und schließlich ist in dem gleichen Kommentar diese erschreckende Weissagung verzeichnet: »Binnen kurzem werden Wir wahrlich jene, die gegen Husayn (Imám Husayn) im Lande des Euphrat Krieg führten, mit der schmerzlichsten Qual und mit der schrecklichsten und abschreckendsten Strafe heimsuchen.« »Binnen kurzem«, hat Er in dem nämlichen Buch in Bezug auf dieses gleiche Volk geschrieben, »wird Gott an ihnen zur Zeit Unserer Wiederkehr Seine Vergeltung üben, und wahrlich, Er hat für sie in der künftigen Welt eine schwere Pein vorbereitet.«

S. 138f. (I/II/III)
»Ich schwöre bei der Sonne, die über dem Horizont der Äußerung scheint«, so sagt Er aus, »ein Spänchen vom Fingernagel einer der gläubigen Dienerinnen wird am heutigen Tage vor den Augen Gottes mehr geachtet als die Geistlichen Persiens, die nach dreizehnhundert Jahren Wartezeit das verübten, was die Juden nicht taten während der Offenbarung Dessen, welcher der Geist ist (Jesus).« »Obwohl sie sich über die Trübsale, die Uns getroffen haben, freuen«, lautet Seine Warnung, »so wird doch der Tag kommen, da sie wehklagen und weinen werden«.

»O Achtloser«, so redet Er im Lawh-i-Burhán einen berüchtigten persischen Mujtahiden an, dessen Hände mit dem Blut von Bahá'í-Märtyrern befleckt waren, »verlasse dich nicht auf deinen Ruhm und deine Macht. Du gleichst der letzten Spur des Sonnenlichtes auf dem Bergesgipfel. Bald wird es dahinschwinden, wie es beschlossen ist von Gott, dem Allbesitzenden, dem Höchsten. Dein Ruhm und der Ruhm von deinesgleichen sind von euch genommen, und dies ist wahrlich von dem Einen, bei dem das Mutterbuch ist, verordnet worden... Um euretwillen klagte der Apostel (Muhammad) und die Reine (Fátimih) schrie auf und die Länder wurden verwüstet, und Finsternis fiel auf alle Regionen. O Schar der Geistlichen! Um euretwillen wurde das Volk erniedrigt, das Banner des Islám niedergeholt und sein mächtiger Thron umgestürzt. Jedes Mal, wenn ein Mensch mit Verstand an dem fest zu halten suchte, was den Islám erhöhen würde, habt ihr ein Geschrei erhoben und dadurch wurde er verhindert seinen Plan auszuführen, während das Land offensichtlich dem Verderben preisgegeben war.«

»Sprich: O Schar persischer Geistlicher«, so weissagt Bahá'u'lláh wiederum, »in Meinem Namen habt ihr die Zügel der Macht über die Menschen ergriffen und durch eure Beziehung zu Mir nehmt ihr die Ehrensitze ein. Als Ich Mich aber offenbarte, wandtet ihr euch ab und begingt, was die Tränen derer, die Mich erkannten, fließen ließ. Binnen kurzem wird alles, was ihr besitzt, zu Grunde gehen und euer Ruhm wird sich in jämmerlichste Erniedrigung verwandeln und ihr werdet die Strafe sehen für das, was ihr getan habt, wie es von Gott, dem Verordner, dem Allweisen, beschlossen wurde.«

S. 140 (II/III)
Die Stimme 'Abdu'l-Bahás, des Mittelpunktes des Gottesbündnisses, hat sich gleicher Weise erhoben und das grässliche Unheil angekündigt, das bald nach Seinem Hinscheiden die geistliche Herrschaft des sunnitischen und schiitischen Islám befallen sollte. »Diese Herrlichkeit«, hat Er geschrieben, »wird sich in die elendeste Erniedrigung verwandeln, und dieser Pomp und diese Macht werden sich in völlige Unterwerfung verkehren. Ihre Paläste werden in Gefängnisse umgewandelt werden und die Bahn ihres hoch strahlenden Gestirns wird in den Tiefen des Abgrundes enden. Lachen und Fröhlichkeit werden dahinschwinden, nein noch mehr, ihre Klagestimme wird sich erheben.« »Wie der Schnee in der Julisonne«, so hat Er des Weiteren geschrieben, »werden sie dahin schwinden«.

S. 150 (vgl. S. 134) (II/III)
Worauf sonst könnte diese bemerkenswerte, im Lawh-i-Burhán enthaltene Weissagung anspielen als auf den Sturz des gekrönten Oberherrn der sunnitischen Muhammadaner? »O Schar der muhammadanischen Geistlichen! Um euretwillen wurde das Volk erniedrigt, das Banner des Islám niedergeholt und sein mächtiger Thron gestürzt.« Was ist mit der unzweifelhaft klaren und bestürzenden, im Qayyúmu'l-Asmá' aufgezeichneten Weissagung: »Wahrlich, binnen kurzem werden Wir jene mit der schmerzlichsten Qual und der schrecklichsten und exemplarischsten Strafe peinigen, die gegen Husayn (Imám Husayn) im Lande des Euphrat Krieg führten«? Welche andere Auslegung kann dieser muhammadanischen Überlieferung gegeben werden : »In den späteren Tagen wird schmerzliches Unglück Mein Volk von Seiten seines Herrschers befallen, ein Unglück, desgleichen kein Mensch je erlebt hat«?

S. 152 (I/II/III)
»Mein Volk wird einen Tag erleben«, so verdammen sie ihre eigenen Überlieferungen, »an dem vom Islám nichts übrig geblieben sein wird als der Name und vom Qur'án nichts als die äußere Erscheinung. Die Gelehrten jener Zeit werden das größte Übel sein, das die Welt je gesehen hat. Unheil ist von ihnen ausgegangen und wird auf sie zurück fallen.« Und wiederum: »Die meisten Seiner Feinde werden unter den Geistlichen sein. Seinem Befehl werden sie nicht gehorchen, sondern sie werden widersprechen und sagen: `Dies ist das Gegenteil dessen, was uns durch die Imáme des Glaubens überliefert worden ist.`« Und nochmals: »Zu jener Stunde wird Sein Fluch über euch kommen, eure Verwünschung wird euch treffen und eure Religion wird ein leeres Wort auf euren Zungen bleiben. Und wenn diese Zeichen unter euch erscheinen, so seid des Tages gewärtig, da der rot glühende Wind über euch hin fegen wird, oder des Tages, da ihr verunstaltet werdet oder da Steine auf euch regnen werden.«

S. 175-179 (II/III)
Die Flammen, die von Seiner göttlichen Gerechtigkeit entfacht wurden, läutern eine noch nicht wiedergeborene Menschheit und verschmelzen ihre uneinigen und widerstreitenden Elemente wie kein anderes Walten und Wirken sie läutern und verschmelzen könnte. Es ist nicht nur ein vergeltendes und zerstörendes Feuer, sondern auch ein erzieherisches und schöpferisches Geschehen, dessen Ziel die Rettung des ganzen Planeten durch Einigung ist. Geheimnisvoll, langsam und unwiderstehlich erfüllt Gott Seinen Plan, wenngleich der Anblick, dem unsere Augen an diesem Tage begegnen, das Schauspiel einer Welt sein mag, die, hoffnungslos in ihre eigenen Netze verwickelt, der Stimme, welche sie ein Jahrhundert lang zu Gott rief, nicht achtet, den Sirenenstimmen aber, die sie in den unermesslichen Abgrund locken wollen, erbärmlich hörig ist.
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