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| Aus den Schriften Shoghi Effendis- Angriff aller Völker |
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Aus den Schriften Shoghi Effendis
WOB:
S. 34f. (III)
Ein Angriff aller Völker und Geschlechter
Wir müssen uns nur der Warnungen 'Abdu'l-Bahás erinnern, um Art und Ausmaß derjenigen Kräfte, die mit Gottes heiligem Glauben im Streit liegen werden, zu verstehen. In den dunkelsten Stunden Seines Lebens, als Er unter 'Abdu'l-Hamíds Herrschaft vor der Verbannung in die unwirtlichsten Gegenden Nordafrikas stand, zu einer Zeit, als das Glück verheißende Licht der Bahá'í-Offenbarung erst gerade anfing, über dem Westen aufzusteigen, äußerte Er in Seiner Abschiedsbotschaft an den Vetter des Báb diese prophetischen Worte voll schlimmer Vorbedeutung:
»Wie groß, wie überaus groß ist diese Sache! Wie heftig wird der Angriff aller Völker und Geschlechter der Erde. Bald wird nah und fern das Geschrei der Massen in ganz Afrika, ganz Amerika, der Kampfruf der Europäer und der Türken, das Murren Indiens und Chinas zu hören sein. Wie ein Mann und mit all ihrer Macht werden sie sich erheben, um Seiner Sache zu widerstehen. Dann werden die Ritter des Herrn mit dem Beistand Seiner Gnade aus der Höhe, gestählt im Glauben, unterstützt durch die Macht der Erkenntnis und verstärkt durch die Legionen des Bündnisses, sich erheben und die Wahrheit des Verses offenbaren: `Sehet die Verwirrung, die die Scharen der Besiegten befallen hat!`«
So ungeheuer der Kampf auch ist, den seine Worte erahnen, bezeugen sie auch den vollständigen Sieg, den die Vorkämpfer des Größten Namens letztlich erreichen werden. Völker, Nationen, Gläubige verschiedener Bekenntnisse - alle werden sich zusammen und nacheinander erheben, um die Einheit unseres Glaubens zu erschüttern, seine Kraft zu schwächen, seinen heiligen Namen zu entwürdigen. Nicht nur gegen seinen Geist werden sie anstürmen, sondern auch gegen die Verwaltungs- und Gesellschaftsordnung, die der Kanal, das Werkzeug, die Verkörperung dieses Geistes ist. Denn je deutlicher die Amtsgewalt, welche Bahá'u'lláh in das künftige Bahá'í-Gemeinwesen gelegt hat, hervortritt, desto grimmiger wird die Herausforderung sein, die seinen Wahrheiten aus allen Richtungen entgegenstürmt.
S. 51f. (auch zit. in KGG, S. 139) (II)
… »Die Krankheiten, an denen die Welt jetzt leidet«, schrieb 'Abdu'l-Bahá im Januar 1920, »werden sich vervielfachen; die Dunkelheit, die sie umschließt, wird sich vertiefen. Der Balkan wird unzufrieden bleiben. Seine Ruhelosigkeit wird wachsen. Die besiegten Mächte werden weiterwühlen. Sie werden zu jeder Maßnahme greifen, die die Flamme des Krieges wieder entzündet. Neugeschaffene Bewegungen von weltweiter Bedeutung werden alle Kräfte für den Fortschritt ihrer Pläne aufbieten. Die Bewegung der Linken wird große Bedeutung erlangen. Ihr Einfluss wird sich ausbreiten.«
Seitdem jene Worte geschrieben wurden, scheint sich wirtschaftliche Not mit politischer Verwirrung, finanziellen Umwälzungen, religiöser Ruhelosigkeit und Rassenhass verschworen zu haben, die Last unermesslich zu vergrößern, unter der eine verarmte, kriegsmüde Welt ächzt. Die kumulative Wirkung dieser Krisen, die mit so bestürzender Schnelligkeit aufeinander folgen, ist derart, dass die Gesellschaft in ihren Grundfesten erzittert. Welchen Kontinent wir auch betrachten, welches noch so abgelegene Gebiet wir in den Blick fassen, überall sehen wir die Welt von Mächten bedrängt, die sie weder erklären noch zügeln kann.
S. 63f. Die sieben Lichtstrahlen der Einheit
Um Sein hehres Thema weiter zu erläutern, offenbarte 'Abdu'l-Bahá in einem Seiner Sendschreiben Folgendes:
»Ob wohl in vergangenen Religionszyklen Einklang begründet wurde, war in Ermangelung der Mittel die Einheit der Menschheit unerreichbar. Die Kontinente blieben weit voneinander getrennt, ja sogar unter den Völkern eines und desselben Kontinents waren Verbindung und Austausch nahezu unmöglich. Infolgedessen waren der Umgang, die Verständigung und die Einheit zwischen allen Völkern und Geschlechtern der Erde fast unerreichbar. Heute jedoch haben sich die Kommunikationsmittel vervielfacht, und die fünf Kontinente der Erde sind zu einem Ganzen
verschmolzen ... Ebenso sind alle Glieder der menschlichen Familie, ob Völker oder Regierungen, Städte oder Dörfer, in steigendem Maße voneinander abhängig geworden. Keiner kann mehr in Selbstgenügsamkeit leben, weil politische Bindungen alle Völker und Nationen vereinen und die Bande des Handels und der Industrie, der Landwirtschaft und des Bildungswesens Tag für Tag stärker werden. Folglich ist die Einheit der ganzen Menschheit heutzutage erreichbar geworden. Wahrlich, dies ist nichts anderes als eines der Wunder dieses wunderbaren Zeitalters, dieses ruhmreichen Jahrhunderts. Die vergangenen Zeitalter waren all dessen beraubt, denn dieses Jahrhundert - das Jahrhundert des Lichtes - ist mit einzigartiger, unvergleichlicher Herrlichkeit, mit Macht und Erleuchtung ausgestattet worden. Schließlich wird man sehen, wie hell seine Lichtstrahlen in der Gemeinschaft der Menschen leuchten werden.«
»Seht, wie dieses Licht nun am dunklen Horizont der Welt zu dämmern beginnt! Der erste Lichtstrahl ist die Einheit im politischen Bereich; der allererste Schimmer davon lässt sich nunmehr erkennen. Der zweite Lichtstrahl ist die Einheit des Denkens in weltweiten Unternehmungen, die bald vollzogen werden wird. Der dritte Lichtstrahl ist die Einheit in der Freiheit, die sicherlich eintreten wird. Der vierte Lichtstrahl ist die Einheit in der Religion, der Eckstein, auf dem die Grundlage ruht; auch sie wird durch die Macht Gottes in ihrer ganzen Strahlenfülle offenbar werden. Der fünfte Lichtstrahl ist die Einheit der Nationen - eine Einheit, die in diesem Jahrhundert sicher begründet werden wird, so dass sich alle Völker der Welt als Bürger eines gemeinsamen Vaterlandes betrachten. Der sechste Lichtstrahl ist die Einheit der Rassen, die alle, die auf Erden wohnen, zu Völkern und Geschlechtern einer Rasse macht. Der siebte Lichtstrahl ist die Einheit der Sprache, d. h. die Wahl einer universalen Sprache, in der alle Menschen unterrichtet werden und miteinander verkehren. All dies wird unvermeidlich eintreten, weil die Macht des Reiches Gottes seine Verwirklichung fördern und unterstützen wird.«
S. 74f. (II/III)
Das Feuer des Gottesgerichts
So groß und weitreichend jene früheren Veränderungen auch gewesen sind - in ihrer richtigen Perspektive betrachtet, können sie doch nur als zweitrangige Anpassungsvorgänge erscheinen, als Vorspiel für diese Wandlung von unvergleichlicher Majestät und Reichweite, die die Menschheit in unserem Zeitalter erdulden muss. Dass nur die Kräfte einer Weltkatastrophe eine derart neue Phase menschlichen Denkens vorantreiben können, wird leider immer deutlicher. Dass nichts Geringeres als das Feuer eines harten Gottesgerichts, heftiger als je zuvor, die uneinigen Elemente der heutigen Zivilisation zu sich ergänzenden Bestandteilen des künftigen Weltgemeinwesens verschweißen und verschmelzen kann, ist eine Wahrheit, die künftige Ereignisse immer mehr beweisen werden.
Die prophetische Stimme Bahá'u'lláhs warnte in den abschließenden Sprüchen der Verborgenen Worte »die Völker der Welt«, dass »unerwartete Trübsal sie verfolgt und schmerzhafte Vergeltung ihrer harrt«. Dies wirft in der Tat ein gespenstisches Licht auf die unmittelbaren Geschicke einer bekümmerten Menschheit. Nur eine Feuerprobe, aus der diese Menschheit geläutert und vorbereitet wiederersteht, kann ihr ein Gefühl für die Verantwortung einbrennen, welche die Führer eines neugeborenen Zeitalters auf ihre Schultern nehmen müssen.
Zum wiederholten Male möchte ich ihre Aufmerksamkeit auf jene bedeutenden Worte Bahá'u'lláhs lenken, die ich bereits angeführt habe: »Und wenn die festgesetzte Stunde kommt, wird plötzlich erscheinen, was der Menschheit Glieder zittern macht.«
Hat nicht 'Abdu'l-Bahá selbst in unzweideutiger Sprache versichert, dass »ein zweiter Krieg, grimmiger als der letzte, sicherlich ausbrechen wird«?
S. 115 (zit. Abdu'l-Bahás SGP 9:3) (II/III)
Was Wunder, dass nach 'Abdu'l-Bahás denkwürdigem Besuch im Westen aus derselben unfehlbaren Feder folgende oft zitierten Worte strömten, deren Bedeutung ich kaum zu überschätzen vermöchte: »Der amerikanische Erdteil«, so verkündet Er in einem Sendschreiben, das den in den nordöstlichen Staaten der amerikanischen Republik wohnenden Gläubigen Seinen Göttlichen Plan darstellt », ist in den Augen des einen wahren Gottes das Land, wo der Strahlenglanz Seines Lichtes offenbart, die Geheimnisse Seines Glaubens enthüllt, wo die Rechtschaffenen wohnen und die Freien sich versammeln werden.«
S. 116 (zit. Abdu'l-Bahá in Amerika) (III)
... Der amerikanische Erdteil weist Zeichen und Beweise für überaus große Errungenschaften auf. Seine Zukunft ist noch verheißungsvoller, denn sein Einfluss und seine Erleuchtung sind weitreichend. Er wird alle Nationen geistig führen.«
S. 121 (II/III)
Kein Wunder, dass 'Abdu'l-Bahá diese prophetischen Worte offenbart hat: »Der Osten«, so versichert Er uns, »ist wahrlich vom Lichte des Reiches Gottes erleuchtet worden. Bald wird dieses selbe Licht noch größeren Glanz auf den Westen ergießen. Dann werden die Herzen seines Volkes belebt durch die Kraft der Lehren Gottes, und ihre Seelen werden glühen im unvergänglichen Feuer Seiner Liebe.« »Das Ansehen des Glaubens Gottes«, so bestätigt Er, »ist unermesslich gewachsen. Seine Größe ist nunmehr offenkundig. Der Tag naht, da er entsetzlichen Aufruhr in die Menschenherzen geworfen haben wird. Freuet euch darüber, o ihr Bewohner Amerikas, freuet euch mit jubelnder Freude!«
S. 131f. (II/III)
Unter eurer liebenden Fürsorge, durch euren unaufhörlichen Einsatz muss jedes Korn dieser Saaten keimen und seine vorherbestimmte Frucht bringen. Bald wird euch ein Winter, streng wie nie zuvor, überkommen. Seine Wolken ziehen schnell am Horizont zusammen. Stürme werden euch von allen Seiten umtoben. Das Licht des Bündnisses wird durch meinen Weggang verdunkelt werden. Diese mächtigen Windstöße, diese winterliche Öde werden jedoch vergehen. Die schlummernde Saat wird zu frischer Tat aufbrechen. Sie wird ihre Keime treiben, wird in machtvollen Institutionen ihre Blätter und Blüten zeigen. Die Frühlingsschauer, welche die sanften Segnungen meines himmlischen Vaters auf euch herabregnen lassen, werden diese zarte Pflanze befähigen, ihre Zweige weit über die Grenzen eures Heimatlandes hinaus in ferne Gebiete auszubreiten. Und schließlich wird die stetig steigende Sonne Seiner Offenbarung, wenn sie erst in ihrem Mittagsglanz erstrahlt, diesen machtvollen Baum Seines Glaubens in den Stand setzen, zur rechten Zeit auf eurem Felde seine goldenen Früchte zu bringen.
Der tiefere Sinn einer solchen Abschiedsbotschaft konnte 'Abdu'l-Bahás eingeweihten Jüngern nicht lange unentdeckt bleiben. Kaum hatte Er Seine lange, mühsame Reise quer durch Amerika und Europa beendet, da begannen sich bereits die furchtbaren Ereignisse zu offenbaren, auf die Er angespielt hatte. Eine Auseinandersetzung, wie Er sie vorhergesagt hatte, trennte vorübergehend alle Mittel der Verständigung mit jenen, in die Er so grenzenlose Zuversicht gesetzt hatte und von denen Er so viel zurückerwartete. Die winterliche Öde mit all ihren Verheerungen und Blutbädern setzte ihren unbarmherzigen Lauf vier Jahre lang fort, während Er, zurückgezogen in die ruhige Einsamkeit Seines Wohnsitzes, dem heiligen Schreine Bahá'u'lláhs unmittelbar benachbart, fortfuhr, Seine Gedanken und Wünsche denen zu übermitteln, die Er zurückgelassen hatte und denen Er die einzigartigen Zeichen Seiner Gunst hatte zuteil werden lassen.
S. 154f. (I/III)
Als weiteres Zeugnis für die Größe der Offenbarung Bahá'u'lláhs mögen hier folgende Auszüge aus einem von 'Abdu'l-Bahá an einen hervorragenden Zoroastrier-Bahá'í gerichteten Tablet Erwähnung finden: »Du hast geschrieben, es stehe in den heiligen Büchern der Anhänger Zarathustras, dass während der letzten Tage die Sonne in drei getrennten Sendungen zum Stillstand kommen müsse. In der ersten Sendung, so lautet die Voraussage, wird die Sonne zehn Tage lang bewegungslos verharren, in der zweiten doppelt so lange und in der dritten nicht weniger als einen vollen Monat. Die Auslegung dieser Prophezeiung ist, dass die erste Sendung, auf die sich diese Angaben beziehen, die Sendung Muhammads ist, während welcher die Sonne der Wahrheit zehn Tage hindurch still stand. Jeder der Tage zählt als ein Jahrhundert. Die Sendung Muhammads musste darnach zum mindesten tausend Jahre dauern, was auch genau die Zeit vom sinken des Sterns des Imamates bis zum Beginn der durch den Báb verkündeten Sendung ist. Die zweite Sendung, auf die diese Prophezeiung anspielt, ist die des Báb, die im Jahre 1260 d. H. anfing und im Jahre 1280 d. H. endete. Die Zeitdauer der dritten Sendung, der von Bahá'u'lláh verkündeten Offenbarung, wurde, da die Sonne der Wahrheit mit Erreichen dieses Standes in der Fülle ihres Mittagsglanzes leuchtet, mit einem vollen Monat angegeben, was die längste Zeit bedeutet, die die Sonne zum Durchlaufen eines Zeichens des Tierkreises benötigt. Hieraus kannst du die Größe des Bahá'í-Zyklusses ermessen, eines Zyklusses, der sich über einen Zeitraum von mindestens fünfhunderttausend Jahren erstrecken muss.«
S. 167 (zitiert Abdu'l-Bahá) (III)
»Jahrhunderte, nein, ganze Zeitalter müssen vergehen«, so bestätigt Er in einem Seiner frühesten Sendschreiben, »ehe das Tagesgestirn der Wahrheit wieder in seinem Mittagsglanze leuchtet oder zum weiteren Male in prangendem Frühlingsschimmer aufgeht ... (vgl. ähnlich übersetzt S. 239)
S. 168f. (zit. Abdu'l-Bahá) (II/III)
... Bald wird der Tag erscheinen, da das Licht der göttlichen Einheit Osten und Westen so durchdrungen haben wird, dass fürder kein Mensch mehr wagen kann, es nicht zu beachten.« »Die Hand der göttlichen Macht hat in der Welt des Seins nunmehr den festen Grund für diese höchste Gabe und dieses wundersame Geschenk gelegt. Was immer im Innersten dieses heiligen Zyklus verborgen ruht, wird nach und nach erscheinen und geäußert werden, denn heute ist erst der Anfang seines Wachstums und die Morgenstunde der Offenbarung seiner Zeichen. Noch ehe dieses Jahrhundert und dieser Zeitabschnitt zu Ende gehen, wird klar und offenbar sein, wie wunderbar dieser Frühling und wie himmlisch dieses Geschenk war!«
S. 177f. (I/III)
In der Súriy-i-Sabr, die bereits im Jahre 1863, genau am Tage Seiner Ankunft im Garten Ridván
offenbart wurde, bestätigt Er: »Gott hat Seine Boten herniedergesandt, damit sie auf Moses und Jesus folgten, und Er wird fortfahren, so zu tun bis an das `Ende, das kein Ende hat`, auf dass Seine Gnade aus dem Himmel göttlicher Freigebigkeit fortwährend auf die Menschheit komme.«
»Ich hege keine Befürchtungen um Meinetwillen«, betont Bahá'u'lláh noch stärker, »Ich fürchte nur für Ihn, der nach Mir zu euch herabgesandt wird - für Ihn, der mit viel Hoheit und gewaltiger Herrschaft ausgestattet sein wird.« Und wieder schreibt Er in der Súratu'l-Haykal: »Jene Worte, die Ich offenbart habe, beziehen sich nicht auf Mich, sondern auf Ihn, der nach Mir kommt. Gott, der Allwissende, ist mein Zeuge!« »Verfahret nicht mit Ihm «, fügt Er hinzu, »wie ihr mit Mir verfahren.«
S. 192f.: (Der neue Offenbarer wird frühestens im Jahre 2873 n. Chr. kommen!) (III)
»Wer vor dem Ablauf eines vollen Jahrtausends Anspruch auf eine unmittelbare Offenbarung Gottes erhebt«, so lautet die im Kitáb-i-Aqdas geäußerte ausdrückliche Warnung, »der ist fürwahr ein lügnerischer Betrüger. Wir bitten Gott, dass Er ihm gnädig beistehe, damit er einen solchen Anspruch widerrufe und verwerfe. Sofern er bereut, wird Gott ihm ohne Zweifel vergeben. Wenn er jedoch in seinem Irrtum beharrt, wird Gott gewisslich jemanden herabsenden, der unbarmherzig mit ihm verfährt, denn furchtbar, in der Tat, ist Gott in Seiner Strafe!« »Wer immer diesen Vers«, so fügt Er um des stärkeren Nachdrucks willen hinzu, »anders auslegt, als sein klarer Sinn ist, der beraubt sich des Geistes Gottes und Seiner alles Erschaffene umfassenden Gnade.« »Sollte ein Mensch«, so lautet eine andere entscheidende Erklärung, »bevor noch volle tausend Jahre vorbei sind, auftreten - jedes der Jahre zu zwölf Monaten nach dem Qur'án und zu neunzehn Monaten zu neunzehn Tagen nach dem Bayán gerechnet - und sollte gleich ein solcher Mensch vor euren Augen alle Zeichen Gottes offenbaren, so sollt ihr ihn doch ohne Zögern von euch weisen.«
S. 230f. (II/III)
»Bald«, so verkünden es Bahá'u'lláhs eigene Worte, »wird die Ordnung des heutigen Tages aufgerollt und eine neue an ihrer Statt verbreitet werden. Wahrlich, dein Herr spricht die Wahrheit, und Er weiß um das Ungeschaute.« »Bei Meinem Selbst!« erklärt Er feierlich, »der Tag naht, da Wir die Welt und alles, was darinnen ist, aufgerollt und eine neue Ordnung am ihrer Statt verbreitet haben werden. Er ist, wahrlich, mächtig über alle Dinge.« »Die Welt«, erläutert Er, »ist aus dem Gleichgewicht geraten durch die Schwungkraft dieser größten, dieser neuen Weltordnung. Das geregelte Leben der Menschheit ist aufgewühlt durch das Wirken dieses einzigartigen, dieses wundersamen Systems, desgleichen kein sterblich es Auge je gesehen hat.« »Die Zeichen drohender Erschütterungen und des Chaos«, so warnt Er die Völker der Welt, »sind jetzt deutlich zu sehen, zumal die herrschende Ordnung erbärmlich mangelhaft erscheint.«
S. 239-242 (I/II/III)
'Abdu'l-Bahás verbürgte Erklärungen sollten gleichfalls ins Gedächtnis gerufen werden, da sie nicht weniger nachdrücklich die beispiellose Unermesslichkeit der Sendung Bahá'u'lláhs bestätigen. »Jahrhunderte«, bekräftigt Er in einem Seiner Sendschreiben, »nein, ungezählte Zeitalter müssen vergehen, ehe das Tagesgestirn der Wahrheit wieder in seiner hochsommerlichen Pracht erstrahlt oder aufs neue im Glanze frühlingsfrischer Herrlichkeit scheint (vgl. S. 167) ... Allein die innere Schau der Sendung, die von der Gesegneten Schönheit eingeleitet wurde, konnte genügen, die Heiligen vergangener Zeitalter zu verzücken - Heilige, die sich danach sehnten, auch nur für einen Augenblick an seiner großen Herrlichkeit teilzuhaben.« »Was jene Manifestationen angeht, die zukünftig `in den Schatten der Wolken` herniederkommen werden«, bestätigt Er in noch deutlicherer Sprache, »so wisse wahrlich, dass sie in ihrer Beziehung zur Quelle ihrer Eingebung unter dem Schatten der Altehrwürdigen Schönheit stehen. Jedoch in ihrer Beziehung zu dem Zeitalter, in dem sie erscheinen, tut jeder von ihnen, `was immer Er will.`« ...
»Die Höhen«, bezeugt Bahá'u'lláh selbst, »die durch Gottes huldvollste Gnade der sterbliche Mensch an diesem Tag erreichen kann, sind seinem Blick bis jetzt verborgen. Noch nie hat die Welt des Seins die Fassungskraft für eine solche Offenbarung besessen und besitzt sie auch heute nicht. Der Tag naht jedoch heran, da die Möglichkeiten einer so großen Gunst kraft Seines Geheißes den Menschen offenbart werden.«
Für die Offenbarung einer so großen Gunst scheint eine Übergangszeit schlimmer Unruhen und weit verbreiteter Leiden unausweichlich. So glänzend das Zeitalter war, das den Beginn der Bahá'u'lláh anvertrauten Sendung miterlebte, wird doch in wachsendem Maße offenkundig, dass die Zeitspanne, die zu verstreichen hat, ehe jenes Zeitalter seine köstlichste Frucht trägt, von sittlicher und gesellschaftspolitischer Finsternis überschattet sein muss, weil nur so eine unbußfertige Menschheit auf das reiche Erbe vorbereitet wird, das sie antreten soll.
In eine solche Übergangszeit gleiten wir jetzt stetig und unwiderstehlich hinein. ...
Berufen, das Wirken dunkler Mächte, welche eine Flut lähmender Heimsuchungen auszulösen bestimmt sind, am eigenen Leibe zu erfahren, können wir wohl glauben, dass die finsterste Stunde, die dem Anbruch des Goldenen Zeitalters unseres Glaubens vorangehen muss, noch nicht geschlagen hat. So undurchdringlich das Düster ist, das die Welt bereits umgibt, ist doch das Gottesgericht, das diese Welt erwartet, erst in Vorbereitung, und keiner kann sich bereits vorstellen, wie finster es werden wird. Wir stehen an der Schwelle eines Zeitalters, dessen Zuckungen zugleich die Todesqualen der alten Ordnung und die Geburtswehen der neuen künden. Durch den zeugenden Einfluss des von Bahá'u'lláh gestifteten Glaubens ist, so kann man sagen, diese neue Weltordnung empfangen worden. Wir können gegenwärtig ihre Bewegungen im Mutterleib eines kreißenden Zeitalters wahrnehmen - eines Zeitalters, das auf die festgesetzte Stunde wartet, in der es seine Last abwerfen und seine schönste Frucht erbringen kann.
»Die ganze Erde«, schreibt Bahá'u'lláh, »ist jetzt in einem Zustand der Trächtigkeit. Der Tag naht heran, da sie ihre edelsten Früchte zeitigt, da ihr die stattlichsten Bäume, die köstlichsten Blüten, die himmlischsten Segnungen entsprießen. ...
S. 256-258 (zit. Bahá'u'lláh) (I/II/III)
Schließlich finden wir im Lawh-i-Ra'ís die folgenden prophetischen Worte aufgezeichnet: »Höre, o Anführer, ... auf die Stimme Gottes, des Herrschers, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden ... Du hast begangen, o Anführer, was Muhammad, den Gesandten Gottes, im Erhabensten Paradiese aufstöhnen ließ. Die Welt hat dich so stolz gemacht, dass du dich abkehrtest von dem Angesicht, dessen Glanz die Himmlischen Heerscharen erleuchtet hat. Bald wirst du offenkundig verloren sein ... Der Tag naht heran, da das Land der Geheimnisse (Adrianopel) und seine Umgebung verwandelt und den Händen des Königs entgleiten werden. Aufruhr wird entstehen, die Stimme des Wehklagens wird erschallen, und die Zeichen des Unheils werden überall offenbar werden, und Verwirrung wird sich ausbreiten um dessentwillen, was diesen Gefangenen zugestoßen ist von den Scharen der Unterdrücker. Der Lauf der Dinge wird sich ändern, und die Zustände werden so drückend werden, dass sogar die Sandkörner auf den öden Hügeln stöhnen und die Bäume auf den Bergen weinen werden, und Blut wird überall fließen. Dann wirst du das Volk in schmerzlichem Elend schauen.«
...
Der Wortlaut gewisser Überlieferungen von Muhammad, deren Echtheit die Muslime selbst anerkennen und die von bedeutenden Bahá'í-Gelehrten und -Schriftstellern ausführlich zitiert worden sind, wird den Beweis erhärten und den Gegenstand beleuchten, den ich zu erläutern versuche: »In den letzten Tagen wird schwere Trübsal Mein Volk von seinen Herrschern her befallen, so schlimm, dass keiner je Schlimmeres hörte. So heftig wird sie sein, dass niemand Zuflucht finden kann. Dann wird Gott einen Meiner Nachkommen, einen Spross Meiner Familie herniedersenden, und Er wird die Erde mit Redlichkeit und Gerechtigkeit erfüllen, wie sie mit Ungerechtigkeit und Tyrannei gefüllt gewesen ist.« Und weiterhin: »Eines Tages wird Mein Volk bezeugen, dass vom Islám nichts weiter geblieben ist als ein Name und vom Qur'án nichts als bloße Erscheinung. Die Schriftgelehrten jener Zeit werden die schlimmsten sein, die die Welt je gesehen hat. Unheil ist von ihnen ausgegangen, und auf sie wird es zurückfallen.« Und ein andermal: »Zu jener Stunde wird Sein Fluch auf euch herabkommen, und euer Fluch wird euch heimsuchen, und eure Religion wird ein leeres Wort auf eurer Zunge bleiben. Und wenn diese Zeichen unter euch erscheinen, dann erwartet den Tag, da der rotglühende Wind über euch hinjagt, oder den Tag, da ihr verunstaltet werdet oder da Steine auf euch herabregnen.« (vgl. unten VTg, S. 152 in anderer Übersetzung; vgl. Koran 15,75)
»O Volk des Qur'án«, so bezeugt Bahá'u'lláh bedeutungsschwer, an die vereinten Kräfte des sunnitischen und des shí'itischen Islám gewandt, »wahrlich, der Prophet Gottes, Muhammad, vergießt Tränen beim Anblick eurer Grausamkeit. Zweifellos seid ihr euren üblen und verderbten Lüsten gefolgt und habt euer Gesicht vom Lichte der Führung abgekehrt. Bald werdet ihr die Folgen eurer Taten bezeugen; denn der Herr, Mein Gott, ist auf der Hut und wacht über euer Verhalten ... O Schar der Muslim-Geistlichen! Eure Taten haben die erhabene Stufe des Volkes erniedrigt, das Banner des Islám umgestoßen und seinen mächtigen Thron gestürzt.«
S. 281 (II/III)
Unerbittlich muss der Prozess der Auflösung weitergehen, muss seinen ätzenden Einfluss immer tiefer ins Mark eines hinfälligen Zeitalters hineintreiben. Viel Leid wird nötig sein, ehe die streitenden Nationen, Bekenntnisse, Klassen und Rassen der Menschheit im Schmelztiegel weltweiter Heimsuchung verschmolzen und im Feuer eines grimmigen Gottesgerichts zu einem organischen Gemeinwesen, einem großen, geeinten, harmonisch arbeitenden System geschmiedet sein werden. Unvorstellbar schreckliche Not, ungeahnte Krisen und Aufstände, Krieg, Hunger und Pestilenz mögen sich wohl vereinen, um in die Seele eines achtlosen Geschlechts jene Wahrheiten und Grundsätze einzugraben, die anzuerkennen und zu befolgen es verschmäht hat. Eine Lähmung, schmerzlicher als jede, die sie bis jetzt erlitten hat, muss das Gewebe einer zerbrochenen Gesellschaft durchschaudern und heimsuchen, ehe sie neu erbaut und wiedergeboren werden kann. |
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