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Beitrag von Tobias Vetter zu "Siegel der Propheten"

In den Augen derer, die vom Weine der Erkenntnis und Gewißheit getrunken haben, ist dieser Gegenstand klar. Doch wie viele sind es, die sich durch die Bezeichnung »Siegel der Propheten« den Blick trüben ließen, weil sie ihre Bedeutung nicht verstanden. So wurden sie der Gnade all Seiner mannigfachen Gaben beraubt. Hat nicht Muhammad erklärt: »Ich bin alle Propheten«? Hat Er nicht, wie schon erwähnt, gesagt: »Ich bin Adam, Noah, Moses und Jesus«? Warum sollte Muhammad, diese unsterbliche Schönheit, der gesprochen hat: »Ich bin der erste Adam«, nicht auch imstande sein zu sagen: »Ich bin der letzte Adam«? Denn so wie Er sich als den »ersten der Propheten«, das ist Adam, sah, so ist auch das »Siegel der Propheten« auf diese göttliche Schönheit anwendbar. So ist es einleuchtend, daß Er beides ist, »der erste der Propheten« und ihr »Siegel«. (Bahá'u'lláh, Buch der Gewissheit 2:71)

Ich finde, hier wird recht klar, dass Bahá'u'lláh Mohammed als "das Siegel der Propheten" und als letzten Propheten des Zyklus seit Adam anerkennt.

Zu den »Schleiern der Herrlichkeit« gehören auch Begriffe wie »das Siegel der Propheten« und dergleichen, in deren Auslegung diese erbärmlich irrenden Seelen eine Großtat sehen.
(Bahá'u'lláh, Buch der Gewissheit 2:77)

Ebenso bist du Zeuge, wie das Volk des Qur'án, den Völkern alter Zeiten gleich, sich durch das Wort »Siegel der Propheten« die Augen verschleiern ließ.
(Bahá'u'lláh, Buch der Gewissheit 2:136)

Hier verweist Er darauf, dass der Begriff sehr schwer zu verstehen ist.

Wie seltsam! Diese Menschen halten einerseits an den Versen des Qur'án fest und an den Traditionen des Volkes der Gewißheit, soweit diese mit ihren Neigungen und ihren Interessen übereinstimmen, andererseits aber verwerfen sie jene, die ihren selbstsüchtigen Wünschen zuwider sind. »Glaubt ihr denn an einen Teil des Buches und verleugnet den anderen?« (Qur'án 2:85) Wie könnt ihr beurteilen, was ihr nicht versteht! So hat der Herr des Seins in Seinem unfehlbaren Buch vom »Siegel« gesprochen in dem erhabenen Vers: »Muhammad ist der Bote Gottes und das Siegel der Propheten« (Qur'án 33:40), dann aber allem Volk die Verheißung vom »Gelangen in die Gegenwart Gottes« offenbart. Das »Gelangen in die Gegenwart des unsterblichen Königs« bezeugen die Verse des Buches, von denen Wir schon einige erwähnt haben. Der eine wahre Gott ist Mein Zeuge! Im Qur'án wurde nichts Erhabeneres und Deutlicheres offenbart als das »Gelangen in die Gegenwart Gottes«. Wohl dem, der dahin gelangt ist an dem Tage, da die meisten Menschen, wie ihr seht, sich davon abwenden. (Bahá'u'lláh, Buch der Gewissheit 2:80)

Hier erkennt er wieder an, dass Mohammed "das Siegel der Propheten" und damit der letzte Prophet war, betont aber, dass der Koran genauso verspricht, dass Gott sich der Menschheit wieder offenbart. Dies kann der Logik, dann ja nicht durch einen Propheten sein. Eine genaue Unterscheidung zwischen Prophet (Nabi) und Gesandter (Rasul) wird hier nicht klar, zumindest in der deutschen Übersetzung. Aber allgemein gehe ich hier davon aus, dass Bahá'u'lláh mit dem Siegel, das Siegel für Nabi und Rasul meint. Sonst hätte Er (oder der Báb) sich ja als Rasul proklamiert, was aber beide nie taten.

In Vers 2:95 des Buches der Gewissheit spricht Bahá'u'lláh nach meiner Interpretation vor allem von der Wesensgleichheit der Propheten im geistigen Sinne (zumindest bis Mohammed, ob der Báb und Er selbst hier mit einbegriffen sind, da bin ich mir nicht so sicher). Was aber dort besonders klar wird ist, dass Bahá'u'lláh den Begriff "Siegel der Propheten" zum Einen als eine Beendigung wertet und zum Anderen auch auf Gesandte erweitert:

So spricht Er: »Muhammad ist nicht der Vater irgendeines Menschen, sondern Er ist der Gesandte Gottes«. (Qur'án 33:40) In diesem Lichte gesehen, sind sie alle nur Gesandte dieses vollkommenen Königs, dieser unwandelbaren Wesenheit. Würden sie alle verkünden: »Ich bin das Siegel der Propheten« (Qur'án 33:10), so sprächen sie gewiß nichts als die Wahrheit, erhaben über den leisesten Schatten eines Zweifels. Denn sie alle sind nur eine Person, eine Seele, ein Geist, ein Wesen, eine Offenbarung. Sie alle sind die Manifestationen des »Anfangs« und des »Endes«, des »Ersten« und des »Letzten«, des »Sichtbaren« und des »Verborgenen« (Qur'án 57:4) - all dies kommt Ihm zu, Ihm, dem innersten Geist der Geister und der ewigen Inbegriffe des Seins.
(Bahá'u'lláh, Buch der Gewissheit 2:95)

Schließlich noch die Interpretation der Übersetzter, hinten im Glossar:

Siegel der Propheten: bezeichnet Muhammad. Diese Benennung verdeutlicht, daß Er die letzte Manifestation des Prophetischen Zyklus vor dem Kommen des Tages Gottes war.

Für die Zitate habe ich die Online-Ausgabe des Buches der Gewissheit der GBS genutzt:

Buch der Gewissheit


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Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Verfasst am: 30.11.2007, 16:03
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