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Geburt und Jugend
Mírzá Husayn 'Alí, der später den Titel Bahá'u'lláh (d.h. Herrlichkeit Gottes) annahm, war der älteste Sohn des Mírzá 'Abbás von Nur, eines Wesirs oder Staatsministers. Seine Familie war reich und hoch angesehen, viele ihrer Mitglieder hatten wichtige Stellungen in der Regierung und in den Zivil- und Militärdiensten Persiens inne. Er wurde in Tihrán, der Hauptstadt Persiens zwischen Morgendämmerung und Sonnenaufgang am 12. November 1817 (2. Muharram 1233 d.H.) geboren. Er besuchte niemals eine Schule oder eine Hochschule, und der etwa in Frage kommende wenige Unterricht, den Er erhielt, wurde Ihm zu Hause erteilt. Trotzdem wurde schon als Kind eine wundervolle Weisheit und Erkenntnis an Ihm wahrgenommen. Als Er noch ein Jüngling war, starb Sein Vater und hinterließ Ihm die Verantwortung und Sorge für Seine jüngeren Brüder und Schwestern und für die Verwaltung der ausgedehnten Besitztümer der Familie.
Bei Gelegenheit teilte 'Abdu'l-Bahá, der älteste Sohn von Bahá'u'lláh, dem Verfasser dieses Buches folgende Einzelheiten über seines Vaters Jugendzeit mit:
»Von Kindheit an war Er außerordentlich gütig und edel. Er zeigte große Vorliebe für das Laben im Freien und brachte Seine meiste Zeit im Garten oder auf den Feldern zu. Er besaß eine außergewöhnliche Anziehungskraft, die jedermann fühlte. Es scharten sich die Menschen immer um Ihn. Minister und Hofleute suchten Seine Nähe und auch die Kinder waren ihm ergeben. Schon mit dreizehn oder vierzehn Jahren wurde Er wegen Seines Wissens bekannt. Er konnte sich über jeden Gegenstand unterhalten und jedes Ihm vorgelegte Problem lösen. In großen Versammlungen konnte Er Dinge mit den 'Ulamás¹ erörtern und konnte verwickelte religiöse Fragen klarlegen. Alle pflegten Ihm mit der größten Anteilnahme zuzuhören. «
»Als Bahá'u'lláh zweiundzwanzig Jahre alt war, starb Sein Vater, und die Regierung wünschte, daß Er in Seines Vaters Stellung im Ministerium einrücke, wie es in Persien üblich war. Aber Bahá'u'lláh schlug das Angebot aus. Da sagte der erste Minister: `Überlaßt Ihn Sich selbst. Eine solche Stellung ist Seiner unwürdig. Er hat höhere Ziele vor Sich. Ich kann Ihn nicht verstehen, aber ich bin überzeugt, daß Er für eine erhabene Laufbahn bestimmt ist. Seine Gedanken sind nicht unsere Gedanken. Überlaßt Ihn Sich selbst!`«²
¹ führende Geistliche
² Abdu'l-Bahá an Dr. Esslemont |
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