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Jugend

Jugend

Von dieser Zeit an wurde 'Abbás Effendi seines Vaters vertrautester Gefährte und sozusagen sein Beschützer. Obgleich erst ein Jüngling, zeigte er doch bereits staunenswerte Klugheit und Scharfsinn, und er übernahm die Aufgabe, den zahllosen Besuchern, die ununterbrochen zu seinem Vater kamen, Rede und Antwort zu stehen. Wenn er merkte, daß es sich um wirkliche Wahrheitssucher handelte, geleitete er sie in die Gegenwart seines Vaters, andernfalls aber erlaubte er nicht, daß Bahá'u'lláh gestört wurde. Bei vielen Gelegenheiten half er seinem Vater beim Beantworten von Fragen und bei der Behebung von Schwierigkeiten dieser Besucher. Als z.B. einer der Súfí-Führer, namens 'Alí Shawhat Páshá, um eine Auslegung des Wortes bat:

»Ich war ein verborgenes Geheimnis«


das in einer wohlbekannten muhammadanischen Überlieferung vorkommt¹, wandte Bahá'u'lláh sich an das »Geheimnis Gottes«, 'Abbás, und bat ihn, die Auslegung niederzuschreiben. Der Jüngling, der damals fünfzehn oder sechzehn Jahre alt war, schrieb darauf eine bedeutende Abhandlung, die eine so erleuchtende Auslegung enthielt, daß der Páshá erstaunte. Diese Epistel ist jetzt unter den Bahá'í weit verbreitet und ist auch manchem dem Bahá'í-Glauben Fernstehenden bekannt.

Während dieser Zeit war 'Abbás ein eifriger Besucher der Moscheen, wo er theologische Themen mit den Lehrern und Gelehrten besprach. Er besuchte nie eine Schule oder eine Universität, sein einziger Lehrer war sein Vater. Seine beliebteste Erholung bestand im Reiten, woran er große Freude zeigte.

Nach der Erklärung von Bahá'u'lláh in dem Garten außerhalb Baghdáds wurde 'Abdu'l-Bahás Ergebenheit seinem Vater gegenüber größer denn je. Auf der langen Reise nach Konstantinopel behütete er Bahá'u'lláh Tag und Nacht, ritt neben Seinem Wagen und wachte bei Seinem Zelt. So weit wie möglich hielt er alle häuslichen Sorgen und Verantwortung von seinem Vater ab und wurde so die Hauptstütze und der Trost der ganzen Familie.

Während der in Adrianopel verbrachten Jahre wurde 'Abdu'l-Bahá jedermann teuer. Er lehrte viel und wurde allgemein bekannt als »der Meister«. In 'Akká, als nahezu alle Gefährten an Typhus, Malaria und Ruhr krank lagen, wusch er die Patienten pflegte sie, gab ihnen das Essen, wachte bei ihnen, wobei er sich keine Ruhe schenkte bis er selbst aufs äußerste erschöpft, sich die Ruhr zuzog und dabei etwa einen Monat in lebensgefährlichem Zustand schwebte. In 'Akká wie in Adrianopel lernten ihn alle Volksschichten, vom Gouverneur bis zum elenden Bettler, lieben und achten.

¹ Diese Überlieferung ist angeführt in einem Tablet von Bahá'u'lláh, vgl. Kap. 5 dieses Buches.
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Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Verfasst am: 22.11.2007, 16:14
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