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Anmeldedatum: 16.11.2007 Beiträge: 327
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Konstantinopel und Adrianopel
Die Reise nach Konstantinopel dauerte drei bis vier Monate. Als sie - die Reisegesellschaft bestand aus Bahá'u'lláh, den Mitgliedern Seiner Familie und 26 Jüngern - in Konstantinopel ankamen, fanden sie sich als Gefangene in einem kleinen Haus, in dem sie schrecklich eng zusammengedrängt waren. Später erhielten sie etwas bessere Unterkunft. Aber nach vier Monaten wurden sie weiterbefördert nach Adrianopel. Die Reise nach Adrianopel war, obgleich sie nur wenige Tage dauerte, das Schrecklichste, was ihnen bis jetzt zugestoßen war. Es schneite fast während der ganzen Reise außerordentlich stark, und es fehlte ihnen an geeigneter Kleidung und an Nahrung. Ihre Leiden waren fürchterlich. Während des ersten Winters in Adrianopel waren Bahá'u'lláh und Seine Familie von zwölf Personen in einem kleinen Haus mit drei Räumen untergebracht, das jeder Bequemlichkeit entbehrte und voll Ungeziefer war. Im Frühjahr wies man ihnen eine etwas bequemere Wohnung zu. Sie blieben über viereinhalb Jahre in Adrianopel. Hier nahm Bahá'u'lláh Sein Lehren wieder auf und scharte eine zahlreiche Anhängerschaft um sich. Er verkündete öffentlich Seine Sendung und wurde von der Mehrzahl der Bábí begeistert angenommen, die von da an als Bahá'í bekannt wurden. Eine Minderzahl aber unter der Führung des Halbbruders von Bahá'u'lláh, Mírzá Yahyá, leistete Ihm heftigen Widerstand und verband sich mit den früheren Feinden, den Shí'iten, in Anschlägen zu Seinem Sturz. Es kam zu großen Unruhen, und schließlich verbannte die türkische Regierung sowohl die Bábí als die Bahá'í aus Adrianopel, Bahá'u'lláh und Seine Gefährten nach 'Akká in Palästina, wo sie nach dem Bericht von Nabíl¹ am 31. August 1868 eintrafen, während Mírzá Yahyá und seine Anhänger nach Zypern verschickt wurden.
¹ Nabíl-i-A'zam der Verfasser von »The Dawn-Breakers«, eines Werkes über die frühe Geschichte des Bahá'í-Glaubens, war an manchen Geschehnissen, die er beschreibt, selbst beteiligt und mit vielen der ersten Gläubigen persönlich bekannt.
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