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Rückkehr ins Heilige Land
'Abdu'l-Bahá stand damals im siebzigsten Lebensjahr, und Seine lange und angestrengte Arbeit, die sich noch bei diesen aufreibenden Reisen im Westen gehäuft hatte, hatte Seine Gesundheit sehr angegriffen. Nach Seiner Rückkehr schrieb Er das folgende ergreifende Tablet an die Gläubigen im Osten und Westen:
»Freunde, die Zeit ist gekommen, da ich nicht mehr länger bei euch sein werde. Ich habe getan, was getan werden konnte. Ich habe der Sache von Bahá'u'lláh bis zum äußersten meiner Kräfte gedient. Ich habe Tag und Nacht gearbeitet alle die Jahre meines Lebens.«
»O, wie sehne ich mich zu sehen, daß die Gläubigen die Verantwortung für die Sache auf sich nehmen! Jetzt ist die Zeit, das Königreich Abhá (des Allhöchsten) zu verkündigen, jetzt ist die Stunde der Einigung und Eintracht! Jetzt ist der Tag geistiger Harmonie der Freunde Gottes ! ...«
»Ich lausche nach Osten und Westen, nach Norden und Süden, ob ich vielleicht das Lied der Liebe und der Bruderschaft in den Versammlungen der Gläubigen vernehme. Meine Tage sind gezählt, und sonst gibt es keine Freude mehr für mich.«
»O, wie sehne ich mich, die Freunde geeinigt zu sehen wie ein schimmerndes Perlenband, wie das leuchtende Siebengestirn, wie die Sonnenstrahlen, wie die Gazellen einer Aue!«
»Die geheimnisvolle Nachtigall singt für sie, wollen sie nicht lauschen? Der Vogel des Paradieses lockt, wollen sie nicht hören? Der Engel des Königreichs Abhá ruft sie, wollen sie nicht aufhorchen? Der Bote des Bündnisses¹ tritt für sie ein, wollen sie nicht achtgeben?«
»Ach, ich warte, warte, die frohe Nachricht zu hören, daß die Gläubigen die Verkörperung der Aufrichtigkeit und Treue sind, die verkörperte Liebe und Freundschaft und die Offenbarung von Einheit und Eintracht!«
»Wollen sie mein Herz nicht erfreuen? Wollen sie mein Sehnen nicht stillen? Wollen sie meine dringenden Bitten nicht beachten? Wollen sie meine Hoffnung nicht erfüllen? Wollen sie meinem Ruf nicht antworten?«
»Ich warte, ich warte geduldig!«
¹ Abdu'l-Bahá
Die Feinde des Bahá'í-Glaubens, deren Hoffnungen hoch gestiegen waren, als der Báb als Opfer ihrer Wut fiel, als Bahá'u'lláh aus Seiner Heimat vertrieben und zum lebenslänglichen Gefangenen gemacht wurde, und dann beim Heimgang von Bahá'u'lláh - diese Feinde faßten sich von neuem ein Herz, als sie die körperliche Schwäche und Müdigkeit von 'Abdu'l-Bahá nach Seiner Rückkehr von den Reisen nach dem Westen wahrnahmen. Aber wieder waren ihre Hoffnungen zum Scheitern verurteilt. Nach kurzer Zeit konnte 'Abdu'l-Bahá schreiben:
»Ohne Frage wären dieser irdische Körper und die menschliche Kraft überhaupt nicht fähig gewesen, den andauernden Lasten und Mühen zu widerstehen ... aber die Unterstützung und Hilfe des Ersehnten waren Hüter und Beschützer des schwachen und demütigen 'Abdu'l-Bahá ... Man hat behauptet, daß 'Abdu'l-Bahá im Begriff sei, der Welt endgültig Lebewohl zu sagen, daß seine Körperkraft verbraucht und erschöpft sei und daß binnen kurzem diese Umstände seinem Leben ein Ende setzen würden. Dies ist weit von der Wahrheit. Obgleich nach äußerlichem Dafürhalten der Bündnisbrecher und übelgesinnten der Körper wegen der Heimsuchungen auf dem gesegneten heiligen Pfade schwach ist, befinden sich doch, Gott sei gelobt, durch die Vorsehung der Gesegneten Vollkommenheit die geistigen Kräfte in bester Verjüngung und Stärke. Dank sei Gott, daß jetzt, durch Gnade und Segen von Bahá'u'lláh, sogar die Körperkräfte wieder völlig hergestellt sind, mir göttliche Freude geschenkt ist, die erhabenen frohen Botschaften strahlen und geistige Glückseligkeit in überreichem Maße strömt.«¹
Sowohl während als nach Beendigung des großen Kriegs war 'Abdu'l-Bahá fähig, neben zahllosen anderen Tätigkeiten eine Reihe großer und anfeuernder Briefe zu verfassen, die, als die Verbindungen wieder hergestellt waren, die Gläubigen in der Welt zu neuer Begeisterung und neuem Diensteifer anspornten. Unter dem Geiste dieser Briefe machte der Glaube sprunghafte Fortschritte, und überall zeigte die Sache neues Leben und neue Kraft.
¹ Star of the West, Nr.14, p.213
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