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Umweltschutz
Die Bahá'í-Schriften sprechen die Thematik des Umweltschutzes in vielfältiger Weise an. Einige Beispiele sind weiter unten aufgeführt.
Wahrung der Hilfsquellen
Shoghi Effendi sieht die Bewahrung und Gewinnung der Hilfsquellen der Erde im Zusammenhang mit der Aufgabe, »die materielle Welt zu schützen und das Erbe zukünftiger Generationen zu wahren«¹. Er versichert, daß die Tätigkeit solcher Gruppen wie »The Men of the Trees« und »The World Forestry Charter« »wesenhaft humanitär«² ist, und er lobt ihr »edles Vorhaben«², »die öden Gebiete Afrikas«³ wieder fruchtbar zu machen.
¹ Shoghi Effendi, in einem Telegramm vom 23. Mai 1951 an die New Earth Luncheon, London, U.K.
² Shoghi Effendi, in einem Telegramm vom 21. Mai 1956 an die World Forestry Charter Luncheon, London, U.K.
³ Shoghi Effendi, in einem Telegramm vom 22. Mai 1957 an die World Forestry Charter Luncheon, London, U.K.
Interessant ist festzustellen, daß »Förderung und Veredlung der Welt«¹ und »die Entwicklung der Länder«¹ zu den »Vollmachten und Aufgaben«¹ des Universalen Hauses der Gerechtigkeit zählen.
¹ Das Universale Haus der Gerechtigkeit, The Constitution of The Universal House of Justice, p.5
Kontrolle der natürlichen Hilfsquellen
Die Bahá'í-Schriften sehen vor, daß zu einem späteren Zeitpunkt der Schutz, die Erforschung und Nutzung der »unvorstellbar großen Hilfsquellen« (WOB S.299) der Erde unausweichlich unter die Zuständigkeit eines »Weltbundessystems« (WOB S.299) fallen werden. Ein solches System, das auf der Anerkennung der »Einheit des Menschengeschlechts« (WOB S.296) begründet ist, wird nicht nur »unanfechtbare Amtsgewalt« (WOB S.299) über die Hilfsquellen der Erde ausüben, sondern auch für wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit sorgen. Shoghi Effendi schreibt:
»Die Einheit des Menschengeschlechts, wie sie Bahá'u'lláh vorausschaut, umschließt die Begründung eines Weltgemeinwesens, in welchem alle Nationen, Rassen, Glaubensbekenntnisse und Klassen eng und dauerhaft vereint, die Autonomie seiner nationalstaatlichen Glieder sowie die persönliche Freiheit und Selbständigkeit der einzelnen Menschen, aus denen es gebildet ist, ausdrücklich und völlig gesichert sind... In dieser Weltgesellschaft werden Wissenschaft und Religion, die beiden gewaltigen Kräfte im menschlichen Leben, in Einklang gebracht sein; sie werden zusammenwirken und sich harmonisch entwickeln... Die wirtschaftlichen Hilfsmittel der Welt werden organisiert, ihre Rohstoffquellen erschlossen und restlos nutzbar gemacht, ihre Märkte aufeinander abgestimmt und entwickelt, die Verteilung ihrer Erzeugnisse unparteiisch geregelt.«
»Nationale Rivalität, Haß und Intrigen werden aufhören, Feindseligkeiten, Rassenvorurteile durch Freundschaft, Verständigung und Zusammenarbeit ersetzt werden. Die Ursachen religiöser Zwistigkeiten werden für immer aus dem Wege geräumt; wirtschaftliche Schranken und Hindernisse werden völlig beseitigt, der maßlose Klassenunterschied getilgt. Mangel auf der einen Seite und unmäßige Anhäufung von Eigentumsrechten auf der anderen Seite werden verschwinden. Die ungeheuren Kräfte, die für die wirtschaftliche oder politische Kriegführung verzettelt und vergeudet werden, fließen Zwecken zu, welche die Grenzen menschlicher Schöpferkraft erweitern, die technische Entwicklung fördern, die Produktivität der Menschheit steigern, Krankheiten ausrotten, wissenschaftliche Forschungen ausweiten, den Gesundheitszustand heben, den menschlichen Verstand schärfen und verfeinern, die ungenutzten, ungeahnten Hilfsquellen dieser Erde nutzen, das menschliche Dasein verlängern und jedwedes andere Mittel fördern, welches das verstandliche, sittliche und geistige Leben des ganzen Menschengeschlechts anzuregen vermag.«
»Ein Weltbundsystem, das die ganze Erde regiert und unanfechtbare Amtsgewalt über ihre unvorstellbar großen Hilfsquellen hat, das die Ideale des Ostens wie des Westens verkörpert und in Einklang bringt, vom Fluch und Elend des Krieges befreit und auf die Nutzung aller verfügbaren Kraftquellen des Erdballs bedacht ist, ein System, in dem die Gewalt zur Dienerin der Gerechtigkeit gemacht ist, dessen Leben von der allumfassenden Anerkennung eines Gottes und vom Gehorsam gegen eine gemeinsame Offenbarung getragen ist - dies ist das Ziel, dem die Menschheit, durch die vereinenden Lebenskräfte angetrieben, zustrebt.«
(Shoghi Effendi, in WOB S.296f)
Vorgehensweisen zum Umweltschutz
Bewahrung und Schutz der Umwelt müssen sowohl vom einzelnen als auch von der Gesellschaft getragen werden. Shoghi Effendi bemerkt in einem Brief, der in seinem Auftrag geschrieben wurde:
»Wir können unser Herz nicht von unserer Umwelt trennen, die uns umgibt, und behaupten, daß alles sich zum Bessern verändert, wenn erst einmal eins von diesen beiden neu gestaltet ist. Der Mensch ist organisch mit der Welt verbunden. Sein inneres Leben gestaltet die Umwelt und wird zutiefst von ihr beeinflußt. Eins wirkt auf das andere, und jede bleibende Veränderung im Leben des Menschen ist das Ergebnis dieser Wechselwirkungen.«
»Außer den Lehren Bahá'u'lláhs schenkt keine Bewegung in der Welt diesen beiden Aspekten im menschlichen Leben die gebührende Aufmerksamkeit, noch besitzt sie die notwendigen Maßregeln zu ihrer Verbesserung. Darin besteht ihr Wesensmerkmal. Wenn wir also das Wohl der Welt wünschen, müssen wir uns bemühen, diese Lehren zu verbreiten und sie in unserem Leben zu verwirklichen. Durch sie wird das menschliche Herz verwandelt, durch sie wird unsere gesellschaftliche Umwelt die Atmosphäre bieten, in der wir geistig wachsen und das volle Licht der Offenbarung Bahá'u'lláhs widerspiegeln können.«
(Sekretär Shoghi Effendis, aus einem Brief vom 17. Februar 1933 an einen Gläubigen)
Zur Lösung der Weltprobleme schreibt Shoghi Effendi:
»Wir bedürfen einer Umwandlung der Herzen, einer Neugestaltung all unserer Auffassungen und einer Neuorientierung unserer Tätigkeiten. Das Innenleben des Menschen wie auch die äußere Umwelt müssen umgebildet werden, soll die Rettung der Menschheit sichergestellt sein.«
(Sekretär Shoghi Effendis, aus einem Brief vom 27. Mai 1927 an einen Gläubigen)
Auf der staatlichen Ebene fordert das Universale Haus der Gerechtigkeit die »globale Zusammenarbeit der Völkerfamilie zur Ausarbeitung und Durchsetzung von Maßnahmen zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts, mit dem der Schöpfer diese Erde ausgestattet hat.«
(Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Sekretariatsabteilung, aus einem Brief vom 18. Oktober 1981 an einen Gläubigen)
Das Haus der Gerechtigkeit erklärt:
Bahá'u'lláh hat die Nationen der Welt ermahnt, aus ganzem Herzen zusammenzuarbeiten, um dem Wohl der ganzen Menschheit zu dienen, und sich zu vereinigen auf der Suche nach Mitteln und Wegen, den vielfältigen Umweltproblemen auf unserem Planeten zu begegnen. Solange die Nationen der Welt diese Ermahnungen weder verstehen noch befolgen, werden nach Ansicht des Hauses der Gerechtigkeit bei der Lösung der Umweltprobleme kaum Fortschritte zu verzeichnen sein ...
(Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Sekretariatsabteilung, aus einem Brief vom 18. Oktober 1981 an einen Gläubigen)
Die Aufgabe des einzelnen Bahá'í und der Bahá'í-Gemeinden beim Schutz »der wilden Tiere und des Naturzustandes der Welt«¹ umreißt das Universale Haus der Gerechtigkeit wie folgt:
"... am besten können Sie mithelfen, die Tiere in der Natur zu schützen und den natürlichen Zustand der Welt zu erhalten, indem Sie keine Mühe scheuen, Ihre Mitmenschen von der Botschaft Bahá'u'lláhs zu unterrichten und sie für Seine Sache zu gewinnen."¹
"Indem sich die Herzen der Menschen ändern und sie im Lichte der Lehren Bahá'u'lláhs in Einheit zu arbeiten anfangen, werden sie viele praktische Maßnahmen durchführen können, die zur Verbesserung des Zustands der Welt beitragen. Dies zeichnet sich bereits in den Bemühungen um soziale und wirtschaftliche Entwicklung in den Gebieten ab, wo große Bahá'í-Gemeinden entstanden sind. Natürlich dürfen Sie auch Menschen unterstützen, mit denen Sie in Kontakt kommen und die an der Verbesserung der Welt interessiert sind, aber die grundlegende Problemlösung ist die von Bahá'u'lláh überbrachte."¹
¹ Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Sekretariatsabteilung, aus einem Brief vom 14. Juni 1984 an einen Gläubigen
Zusätzlich zur Beschäftigung mit diesen Fragen auf einer grundlegenden geistigen Ebene werden die Bahá'í zur Zusammenarbeit mit Personen und Gruppen, die an der Verbesserung der Umwelt interessiert sind, ermutigt. Die Bahá'í-Gemeinden sind gehalten, »die Unterstützung von Bemühungen, die Umwelt durch Verfahren im Einklang mit dem Lebensrhythmus unserer Gemeinschaft zu bewahren«¹, zum Wesensbestandteil ihrer laufenden Tätigkeiten zu machen.
¹ Aus der Ridván-Botschaft 1989 des Universalen Hauses der Gerechtigkeit |
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